Escola Popular

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TAGESLOSUNG

06.04.2020

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre.
Hosea 8,12

Jesus spricht:  Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.
Johannes 18,37

Die Werratal Kaserne in Bad Salzungen
Die Werratal Kaserne in Bad Salzungen

Friedensworkshop in der Bundeswehrkaserne Bad Salzungen

Soldaten üben Capoeira mit der Escola Popular

Die Escola Popular der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) veranstaltet morgen (2. Juli, 14 bis 19 Uhr) einen Workshop „Friedenserziehung in der Bundeswehr“ in der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen. Etwa 20 Bundeswehrangehörige verschiedener Dienstgrade nehmen teil. Besonders im Blickpunkt stehen Auslandseinsätze der Bundeswehr, zu denen regelmäßig Personal aus Bad Salzungen entsendet wird.

„Der Workshop kam durch einen jungen Major aus der Kaserne zustande, der Mitglied der Eisenacher Gruppe der Escola Popular ist“, berichtet Hans-Jürgen Neumann, Leiter der Escola Popular und Referent des Workshops. „Der Major hat dank unserer Arbeit eine kirchliche Heimat in der EKM gefunden und ist von dem neuen Ansatz bewegter und bewegender Kirche so ergriffen, dass er den Workshop organisierte. Ziel ist es, den Ansatz kirchlicher Arbeit mit der Escola erfahrbar zu machen, darin die Begegnung mit fremder Kultur lebendig werden zu lassen sowie den Umgang mit eigenen Grenzen und Fähigkeiten zu erleben und zu reflektieren. Außerdem kann größere Flexibilität für Körper und Geist, psychische Stabilität, Augenmaß beim Umgang mit Gewalt, Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen trainiert werden“, so Neumann.

Escola Popular ist am besten mit „Schule von unten/für alle“ zu übersetzen. In Thüringen gibt es Gruppen in Erfurt, Eisenach, Weimar, Arnstadt und Pößneck. Gegenwärtig droht die Schließung der Sambaabteilung. Es fehlen finanzielle Mittel für das Fachpersonal.

Hintergrund:

Die Escola Popular wurde in Thüringen entwickelt, sie arbeitet in Kirche und Gesellschaft mit kulturellen Elementen wie Capoeira und Samba.

Capoeira wurde in den brasilianischen Elendsvierteln von afrikanischen Sklaven entwickelt. Der ordinierte Gemeindepädagoge Hans-Jürgen Neumann arbeitet seit 19 Jahren mit dieser Kampfkunst, die mit tänzerischen und akrobatischen Elementen zu einem Dialog ohne Worte vereint wird, der sich an christlichen Grundwerten wie Nächstenliebe, dem Friedensgebot, Kultur, Bildung und Gemeinschaft orientiert. Gemeinsam mit Samba-Trommelgruppen und einem Bandprojekt zur neuen Interpretation kirchlicher Lieder mit lateinamerikanischen Rhythmen bilden die Capoeira-Gruppen die Escola Popular als eine neue Form kirchlicher Gemeindearbeit. Hans-Jürgen Neumann leitete eine Vielzahl von Einsätzen und Projekten in der Gewaltprävention an Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit, deeskalierende Einsätze bei Demonstrationen gegen Rechtsextremismus, Bildungsprojekte für Bildungsferne (zum Beispiel in der Jugendstrafvollzugsanstalt in Ichtershausen), Umzüge und Konzerte.

In der Escola Popular wurden hoch qualifizierte Fachkräfte ausgebildet und beachtliche kulturelle wie missionarische Erfolge erzielt wie im Jahr 2004 die kulturelle Ausgestaltung der festlichen Übergabe des goldenen Kugelkreuzes an Bundespräsident Johannes Rau im Schloss Bellevue in Berlin, im Jahr 2005 die Mitgestaltung des Abendmahls-Gottesdienstes beim Kirchentag in Hannover sowie die Übernahme des Konzeptes der Escola Popular und die Gründung einer Musikgruppe in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Paraná/Brasilien.

 

Quelle: Pressemitteilung der EKM

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