Escola Popular

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TAGESLOSUNG

25.06.2019

Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
Jesaja 54,7

Jesus spricht:  Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.
Johannes 14,18

Praktikumsvorbereitungen in Weimar-West im September 2012
Praktikumsvorbereitungen in Weimar-West im September 2012

Berichte von unserem dritten Praktikanten in Brasilien

Erik Zocher arbeitet von September bis Dezember 2012 im Sozialprojekt Dorcas in Curitiba/Paraná mit.

Das Brückenprojekt der Escola geht weiter! Unser dritter Praktikant in Brasilien, Erik Zocher aus unserer Capoeiragruppe in Leipzig, wird als erster Praktikant der Escola Popular von der Diakonie Mitteldeutschland für den ökumenischen Friedensdienst delegiert und als solcher im Projekt Dorcas mitarbeiten, wo er unsere Kooperation mit der Sínodo Paranapanema mitgestalten soll.

An dieser Stelle werden in regelmäßigen Abständen Neuigkeiten aus Eriks Praktikumsalltag zu finden sein.



31. Dezember 2012 (Abschlussbericht)

Hallo liebe Escoleiros,

leider bin ich nach drei Monaten schon wieder in Deutschland. Mein Brasilienaufenthalt nahm ein vorzeitiges Ende, denn aufgrund einer Gesetzesänderung war es plötzlich nicht mehr möglich länger zu bleiben. Schade, dabei hatte ich mich doch schon auf das deutsch-brasilianische Jahr 2013 gefreut und auch die beste Sambaschule in Rio de Janeiro (Unidos da Tijuca), die 2013 die deutsche Kulturgeschichte als Motto präsentieren wird, hätte ich gerne gesehen.
Natürlich bin ich etwas traurig darüber, dass ich bereits nach drei Monaten wieder zurück musste, denn Sprachkenntnisse, Freundschaften und die Möglichkeiten sich effektiv in das Projekt einzubringen wurden mit jedem Tag besser.
Ich bin aber auch sehr dankbar über die Eindrücke, Erfahrungen und Impulse, die ich in dieser Zeit sammeln konnte. 
Zên meinte, dass es für die Kinder eine wichtige Erfahrung ist, dass jemand aus einem anderen Kulturkreis zu ihnen kommt, der sich für ihre Belange interessiert, sich mit ihnen beschäftigt und sie in ihrer Entwicklung ein kleines Stück begleitet.
In der letzten Woche waren wir mit Darclê noch einmal in der angrenzenden Favela Bonfim, was mir noch einmal deutlich zeigte, wie wichtig ein soziokulturelles Projekt wie das Projekt Dorcas in einem von Armut, Kriminalität und Prostitution geprägten Stadtteil ist. Den Kindern und auch immer mehr Erwachsenen bietet das Projekt Dorcas Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung, sei es ein Instrument, ein Handwerk oder eine Sportart. So verkauft eine Frau, die bereits mehrere Nähkurse im Projekt Dorcas absolviert hat, mittlerweile eigene Kleidungsstücke und repariert Kleidung für andere.
Und besonders die Leistung des Kinderchors findet überregional immer mehr Beachtung und gibt den Kindern Selbstbewusstsein und eine Menge positive Erfahrungen. Ich hoffe, dass das Projekt noch sehr lange bestehen bleibt und weitere Escoloeiros die Möglichkeit bekommen, in Curitiba einige Zeit zu verbringen und das Projekt Dorcas zu unterstützen.

Ich freue mich natürlich, dass Anderson, von der Samba-Banda der Escola Popular aus der Gemeinde Bom Pastor in Curitiba, mit seiner Freundin im Januar nach Deutschland kommt und werde beiden die Bachstadt Leipzig zeigen.

Soweit von mir.

Herzliche Grüße,

Erik


12. November 2012

Hallo Escoleiros,

eine Lehrerin des Projekts Dorcas meinte vor ein paar Wochen es gibt drei Brasilien. Ein Brasilien der indigenen (Ur-)Einwohner, eines der Kolonialisierung durch Portugal im 16. Jahrhundert und ein Brasilien, welches durch eine europäische Einwanderungswelle im 19. und 20 Jahrhundert geprägt wurde.

Das durch europäische Einwanderungen geprägte Brasilien findet sich überwiegend im Süden des Landes. Auch Curitiba hat diesen Vorfahren viel zu verdanken.

Und vermutlich auch auf Grund der Erfahrungen mit deutscher Kultur zum „Dia de Goethe“ im Goethe- Institut vor ein paar Wochen, wollte ich unbedingt wissen, was es mit der Einwanderungsgeschichte, und im Speziellen mit der deutschen Kultur, in Brasilien auf sich hat.

Also dachten Franziska und ich es wäre eine gute Möglichkeit, ein Teil des Landes besser kennen zu lernen, indem wir in eine Region fahren, in der Deutsch keine Fremdsprache ist, sondern eine sprachliche Besonderheit der Region.

Am Wochenende besuchten wir daher die Städte Blumenau und Pomerode. Beide liegen im „europäischen Tal“, einer von europäischen Einwanderern stark geprägten Region im Bundesstaat Santa Catarina südlich von Curitiba.

Die Kleinstadt Pomerode schmückt sich mit den Titel „deutscheste Stadt Brasiliens“ und Blumenau besitzt das größte Oktoberfest der Welt, direkt nach München.

Und tatsächlich: Wir mussten die beiden Tage kaum portugiesisch sprechen. Von der Hostel-Mutter bis zum Servicepersonal im Restaurant...fast jeder kann hier ein wenig deutsch, weil Großeltern oder Eltern teilweise noch direkt aus dem deutschsprachigen Raum kamen. Auch mit einer Frau der evangelisch-lutherischen Kirche in Pomerode unterhielten wir uns akzentfrei in ihrer Zweitsprache. Nach einem angeregten Gespräch über ihre Arbeit und ihr Leben öffnete sie sogar für uns die eigentlich verschlossene Kirche.

Übrigens: die Mehrheit der Einwanderer kam auf Grund der großen Hungersnöte und den politischen Unruhen in der Mitte des 19. Jahrhunderts, sowie der Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges.

Vielleicht war es auch ein bisschen Heimweh, wer weiß, jedenfalls schmeckte nach unserem Rundgang durch Pomerode die Schwarzwälder Kirschtorte im „Torten Paradies“ besonders gut.

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung, aber demnächst wollen wir uns verstärkt den anderen beiden Teilen Brasiliens widmen.

 

Soweit von mir,

Lieben Gruß,

Erik


9. November 2012

Hallo liebe Lesende,

die ersten drei Bilder sollen weitere Eindrücke meines Aufenthaltes im Projekt Dorcas vermitteln. 

Das erste Bild zeigt die Kinder bei einer typischen Stunde Capoeira. Auf dem zweiten Bild sieht man die jüngeren Kinder bei einem Fototermin. Und wie überall, hat auch mal jemand Geburtstag. Diesmal war es Nair, eine der beiden Köchinnen und zudem zuständige Schneiderin des Projekts. (Bild drei)

Das vierte Bild ist für alle, die glauben ich würde in Brasilien in meiner Freizeit nur am Strand liegen, den Wellen zusehen und Caipirinha schlürfen.

Was man sieht, ist eine Capoeira Roda. Was man nicht sieht, sind die drei Stunden Spielzeit und der Regen (!!).

Ein weiterer Bericht zu meinem Ausflug ins europäische Tal folgt in Kürze.

 

Lieben Gruß,

Erik


29. Oktober 2012

Liebe Leute,

eigentlich wollte ich schon eher einen neuen Eintrag verfasst haben, aber leider machte mir eine kaputte Festplatte einen Strich durch die Rechnung.
Ich muss unbedingt herausfinden, welche Produkte im Land hergestellt werden, denn alle importierten Sachen sind reichlich teuer. So hätte ich für die gekaufte neue Festplatte in Deutschland sicherlich ein Vierfaches weniger bezahlt.

Im Moment vereine ich Teile der beiden Aktivitäten von Isabell und René. Die meiste Zeit bin ich im „Projekt Dorcas“, aber am Wochenende probe ich mit der Banda der Escola Popular. Die Chance mit Escoleiros zusammenzukommen und ein Instrument zu spielen muss ich einfach nutzen. Ich hätte nicht gedacht, wie viel Spaß es macht in einer Gruppe ein Instrument zu spielen. Ach ja, ich spiele übrigens „Surdo“ (siehe Foto). Ich denke, man sieht mir die Konzentration noch an.

Vergangenes Wochenende haben wir übrigens in der Kirche der Gemeinde „Bom Pastor“ mit Mikrofonen und toller Akustik geprobt.

Im „Projekt Dorcas“ mache ich mehr oder weniger dasselbe wie Isabell: helfen, wo ich kann.

Diese Woche dürfen die beiden norwegischen Mädchen, die nun ebenfalls im Projekt mithelfen, und ich am Freitag eine Bastelstunde mit den Kindern abhalten. Erstes Thema: Basteln mit Plastikflaschen.

Apropros Kinder: Diese hatten mal wieder einen Auftritt in Almirante Tamandaré im Rahmen einer Preisvergabe für die besten Gedichte über eben diese Stadt. (Mit neuer, im „Projekt Dorcas“ genähter Auftrittskleidung)

Letzte Woche war ich das erste Mal außerhalb von Curitiba auf der Ilha do Mel (Honiginsel). Mein Ausflug gestaltete sich ein wenig schwierig. In der Hoffnung, den einfachsten Weg zur Insel zu nehmen, hatte ich den falschen und den längst möglichen Weg genommen. Mein Bus fuhr erst in die falsche Stadt und zusätzlich ging die Route übers Land, was zwar schön war, die Reisedauer aber noch zusätzlich nach oben schraubte. Nach zahlreichen Umwegen kam ich dann aber doch noch auf der Insel an.

Die Insel ist ein Naturreservat, es gibt keine Autos, nur leichten Tourismus und es war Nebensaison.  Strände, Palmen und Natur, das ganze 100km entfernt. Curitiba ist eine laute Stadt, da kam der Ausflug genau richtig.

Diese Woche gibt es wegen einem Feiertag wieder ein verlängertes Wochenende. Mal sehen, wo es diesmal hingeht.

 

Lieben Gruß an alle, die dies lesen,

Erik

PS.: Die Kommunalwahlen in Curitiba wurden übrigens am Sonntag in einer Stichwahl entschieden. Das heißt, die letzten Tage wurde noch einmal alles mobilisiert: Zum Leid der Zuschauer.


10. Oktober 2012

Ich bin jetzt fast einen Monat in Brasilien. Es ist immer noch vieles neu. Umso mehr freut es mich, dass ich  immer mehr in Brasilien ankomme. Es bilden sich Freundschaften, ich hatte bereits viele tolle Erlebnisse und auch Gewohnheiten sind etwas sehr Gutes in einem neuen Land.  
Nachfolgende Zeilen sollen fragmentarisch einen kleinen Eindruck von meinen Erlebnissen der letzten Tage geben. Die dazugehörigen Bilder verdeutlichen das Ganze noch ein wenig.

Da ich selber fleißig am Sprache lernen bin, habe ich mir gedacht, es könnte den Kindern Spaß machen auch ein wenig Englisch und Deutsch zu lernen.  Als Fazit kann man festhalten: Es hat den Kindern definitiv Spaß gemacht.

Ein wenig enttäuscht war ich vom „Dia de Goethe“ (40 Jahre Goethe-Institut in Curitiba). Anstatt deutscher gab es mal wieder nur bayerische Kultur. Die wirkliche Innovation für mich an diesem Tag war die Bratwurst am Stiel.

Am 30.09.2012 hatte der Kinderchor des „Projeto Dorcas“ einen Auftritt im Gottesdienst der Gemeinde. Beim gesungenen Amen bekam ich am ganzen Körper Gänsehaut und ich habe sogar einige Tränen im Publikum gesehen.
Der Kinderchor singt ganz hervorragend. Und da auch andere derselben Meinung sind, durften die Kinder am darauffolgenden Freitag die ersten Lieder für eine CD aufzunehmen.

Am 12.10.2012 ist in Brasilien ein katholischer Feiertag. Gefeiert wird die „Erscheinung unserer lieben Frau“ (Nossa Senhora Aparecida). Fischer fanden an diesem Tag eine Tonfigur der hl. Jungfrau Maria, welche ihnen seit diesem Zeitpunkt Glück gebracht haben soll. Gleichzeitig wird an diesem Tag der Kindertag in Brasilien gefeiert.
Da an diesem Tag aber niemand in die Schule geht, veranstaltete das Projeto Dorcas sein Kinderfest am 06.10.2012, eine Woche vorher. Viele Helfer und noch mehr Kinder machten den Tag zu einem tollen Erlebnis. Die Arche Noah aus Papier auf dem Bild ist übrigens ein Buch.

Am 07.08.2012 waren Kommunalwahlen in Brasilien. Hier sind alle verpflichtet zu wählen. Auch eine Möglichkeit, den Menschen Demokratie beizubringen.
Wahlkampf in Brasilien ist ganz schön anstrengend. Jeden Tag fuhren riesige Lautsprecherwagen durch die Stadt und beschallten alle. An jeder Ecke standen Menschen mit Fahnen und in jeder Einkaufsstraße wurden einem die Wahlbotschaften hinterhergeworfen. Ich bin, wie wohl die meisten Brasilianer auch, ziemlich froh, dass die Wahlen vorbei sind.

Aufgrund des Wetters bin ich im Moment leider ein wenig erkältet und muss mich schonen. Da kommt mir das verlängerte Wochenende ziemlich recht. Ich plane einen kleinen Ausflug auf die Honiginsel (Ilha do Mel) ganz in der Nähe von Curitiba.

Bis Bald und herzliche Grüße,

Erik


20. September 2012: Bem-vindo ao Brasil, Willkommen in Brasilien.

Von Frankfurt nach Curitiba ist es ein langer Weg. 10 Uhr in Deutschland starten und 17 Uhr in Rio de Janeiro ankommen, heißt dank Zeitverschiebung knappe 12 Stunden Flug. Dazu kommen noch die 5 Stunden Aufenthalt in Rio de Janeiro und die 1,5 Stunden Flug nach Curitiba. Genügend Zeit um sich auf das Kommende einzustimmen.
Nach kurzer Nacht und tollem Frühstück, konnte ich bereits am nächsten Tag das Projekt Dorcas besichtigen.

Darclê, welche ich bis jetzt nur übers Internet kannte, empfing mich herzlich. Und Zen wiederzusehen war wunderbar, war er doch erst vor ein paar Wochen bei mir in Leipzig zu Besuch.

Darclê und Zen stellten mich den Kindern im Verlauf des Tages vor. Die älteren Kinder erkannten bereits an meinem T-Shirt, dass ich die Arbeit von Isabell fortsetzen werde. Die erste Woche werde ich vor allem mit Zusehen und Lernen verbringen. Größtes Hindernis im Moment ist noch die Sprachbarriere aber ich mache in kurzer Zeit große Fortschritte.

Eben habe ich mich im Celu (der Casa do Estudante Luterano Universitário (evangelisches Studentenwohnheim)) mit einem Frühstück gestärkt und starte jetzt in einen neuen Tag mit den Kindern im Projekt Dorcas.


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