09.09.2010
Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hoch gelobt sei Gott!
Psalm 70,5
Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.
2.Korinther 1,20

O certificado é concedido na Escola Popular através do Ministério da Criança e do Jovem da EKM por Maik Becker e Hans-Jürgen Neumann (conselheiros do KNK), em parceria com a Secretaria de Cultura da Juventude Evangélica (BKA, que pertence à União Nacional de Educação Cultural para Jovens - BKJ).
Paralelamente a essas "tarefas de casa", ensaios e treinos , realizamos regularmente rodadas de conversas sobre nossas observações e auto-reflexões.

Der erste KNK Kurs der Escola Popular fand 2007 als Ausbildungslauf der beiden KNK Berater der Escola Popular, Maik Becker und Hans-Jürgen Neumann statt. TeilnehmerInnen waren Anleiter und engagierte ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Ihnen wurde so die Möglichkeit zur intensiven Reflexion ihrer und unserer Arbeit gegeben. Über einen längeren Zeitraum wurden Stundenprofile für die Sambaproben und Capoeiratrainings entwickelt, ausprobiert und ausgewertet. In gemeinsamen Reflexionen wurden Kompetenzen zugewiesen und bewusst gemacht. Dieser Prozess war recht aufwendig, förderte aber die Fachkompetenz unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter.

"Start-Up!" kam durch die Zusammenarbeit mit der sehr engagierten und ambitionierten Schulsozialarbeiterin Heidi Hildebrandt zustande. Unterstützung fanden wir dabei durch das Jugendamt Bad Langensalza, die Kirchenleitung, sowie das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit. Von anfänglich 12 InteressentInnen konnten 6
den KNK verliehen bekommen und ihn ihren Bewerbungsunterlagen beilegen. Wir wurden außerdem ausgezeichnet, indem wir auf dem Abschlusssyposium aller Projekte aus Deutschland in Berlin einen kleinen Kulturact auf der Bühne platzieren durften.
» Kurzübersicht zum Projekt (PDF, 0,1MB)
» Artikel der Tageszeitung Thüringer Allgemeine (PDF 1,25MB)
» Artikel des Kulturmagazins MOMENT. (PDF 0,7MB)
... kennen Sie die Geschichte des Mannes, der am Strand entlang läuft und die gestrandeten Seesterne aufliest, um sie wieder ins Meer zurück zu werfen? Er wird von einem Spaziergänger ungläubig gefragt, was er denn da tue. Auf seine Antwort, er würde die Seesterne wieder zurück ins Meer werfen, um deren Überleben zu sichern, entgegnete der Spaziergänger, dass dies bei der Menge an gestrandeten Seesternen ein sehr unsinniges Unterfangen sei, da er sowieso nicht alle retten könne. Da hebt der Mann einen Seestern auf, zeigt ihn dem Spaziergänger und sagt „Und für genau diesen einen Seestern macht es einen Unterschied." Und wirft ihn zurück ins Meer.
Ich bin Schulsozialarbeiterin im Unstrut-Hainich-Kreis und komme in diesem Zusammenhang täglich mit Konflikt behafteten Situationen in Berührung. Auch die Medien fokussieren die negativen Verhaltensweisen unserer Jugendlichen fortwährend aufs Neue. Es war mir daher ein Bedürfnis, ein Projekt ins Leben zu rufen, in dem diese Jugendlichen wieder eine Plattform erhalten, ihre Kompetenzen zu zeigen und ihnen ein Umfeld zu geben, welches sie diese auch weiter entwickeln lässt, um gemeinsam mit ihnen ihren Weg ins Berufsleben zu ebnen.
Die Escola Popular, vertreten durch Herrn Neumann, ist dabei größter Kooperationspartner des Projektes. Jede Woche unterstützt er die Jugendlichen im Rahmen des Capoeira-Trainings bei o.g. Vorhaben und stärkt diese dabei in ihrer individuellen Persönlichkeit. Viele Jugendliche haben dabei Stärken an sich entdeckt, die in den vergangenen 10 Schuljahren durch Leistungsdruck und Schulklima zugedeckt wurden. Lob - für uns ganz normal im Umgang mit anderen Menschen - für diese Schüler eine ganz neue Erfahrung. Eine Erfahrung, die sie zu Höchstleistungen anspornt und die die Schüler regelmäßig jeden Freitagnachmittag, wo Mitschüler lange die Füße hochlegen, zum Capoeira-Training erscheinen lässt. Sie lernen hier all das, was die Medien ihnen vorwerfen, nicht zu haben - Selbstdisziplin, Motivation, Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und vieles mehr. Und vor allem fühlen sie sich dazugehörend.
Capoeira erweist sich dabei als ein mehr als dafür geeigneter Sport. Die Schüler lernen in einer lockeren und von gegenseitiger Motivation und Unterstützung geprägten Atmosphäre viele Dinge, die sich nachhaltig auf ihre Persönlichkeit und damit ihren weiteren Lebensweg auswirken. Dazu zu gehören, miteinander zu kommunizieren und dennoch einen eigenen Standpunkt haben zu können, Akzeptanz und Toleranz - all das haben die Jugendlichen bereits in sich - Capoeira legt es wieder frei. Indem sie Capoeira erlernen, haben sie zudem die Möglichkeit, sich mit diesen Kenntnissen und dem kulturellen Hintergrundwissen von der Menge abzuheben und eine eigene Identität zu entwickeln.
Grundsätzlich würde das Projekt natürlich sicher auch mit jeder anderen Sportart funktionieren, die den Schülern Zuverlässigkeit und Eigeninitiative abverlangt. Ich habe mich aber bewusst für die Kooperation mit der Escola Popular entschieden, weil es ein Gefühl des Zusammengehörens vermittelt und eben das in einem Großen und Ganzen vorlebt, was für jeden Einzelnen notwendig ist, seinen eigenen Weg sicheren Schrittes gehen zu können. Und in unserer mehr und mehr globalisierten und gleichgeschalteten Welt sind das eben kulturelle, persönliche, Methoden- und Sozialkompetenzen.
Heidi Hildebrandt
Dipl. Sozialpädagogin (BA)
Projektleiterin Start up!
P.S. Können Sie sich vorstellen, dass Capoeira einen Schüler dazu bringt, seine Schulangst zu überwinden und in die Schule zu gehen, um am Freitagnachmittag am Training teilzunehmen? Das ist wohl mit einer der größten Erfolge, die das Projekt hervorgebracht hat.
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