Escola Popular

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Praktikum von Zen und Patrik in der Escola

Vom 25. Juni bis 16. Juli 2012 absolvierte Guilherme Zen aus Curitiba, Paraná ein Praktikum in der Escola im Rahmen unseres Brückenprojektes. In Curitiba hat er während des Praktikums von Isabell le Blanc dort im Sozialprojekt Dorcas gemeinsam mit ihr das Capoeiratraining koordiniert und geleitet. Während seines Aufenthaltes in Deutschland besuchte er unsere Capoeira- und Sambagruppen in Gießen, Weimar, Arnstadt, Eisenach und Leipzig, nahm an unseren Trainings und Proben teil und wirkte bei mehreren Auftritten und Workshops mit. Außerdem lernte er Land und Leute kennen und besuchte u.a. das Tanz- und Folkfestival in Rudolstadt. Dies ist eine Auswahl der Fotos, die während seiner Zeit in der Escola entstanden sind.

Patrik Ravano aus unserer Capoeiragruppe in Gießen absolvierte vom 2. bis 21. Juli 2012 ein freiwilliges Schulpraktikum in der Escola und begleitete Zen bei seiner Reise.

Neben der Bildergalerie finden Sie an dieser Stelle auch Reflexionen zu den Praktika von Guilherme Zen und Patrik Ravano selbst.

+ Praktikumsreflexion von Guilherme Zen

Meine Reise nach Deutschland begann bereits mit meinen Vorbereitungen für meine Ausreise aus Brasilien: drei Wochen vor dem Flug war mein Reisepass fertig und viele Freunde und Verwandte wussten bereits von meinem Vorhaben.

Am Montag, den 25. Juni startete ich vom Flughafen Curitiba und flog über São Paulo nach Frankfurt am Main. Als ich in Frankfurt ankam, wurde ich von einigen Mitarbeitern der Escola Popular empfangen: Stephan, Sue, Isabell und Hans.

Die 23 Tage, die ich in Deutschland verbrachte, waren wirklich ein Marathon: es war gerade genug Zeit, um all die Menschen, Orte, Städte, Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Schule, Parks, Bars, Restaurants, typisch deutsches Essen und Getränke, Familien und vor allem das Projekt der Escola Popular und die daran beteiligten Personen kennenzulernen. Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrungen machen durfte. Die Lebensqualität, Sicherheit, Bildung und der Respekt der Menschen in Deutschland haben mich überrascht!

Bezogen auf die Escola Popular überraschte mich die Anfangsgeschichte des Projektes (Anfang der 1990er Jahre) sowie Form und Kontext in dem sie in Deutschland gewachsen ist. Ich hatte die Möglichkeit an vielen Capoeira-Trainings und Sambaproben in verschiedenen Städten teilzunehmen. Während ich die meiste Zeit in Weimar verbrachte, fuhr ich jeweils für einige Tage nach Arnstadt, Gießen, Eisenach und Leipzig, um die dortigen Gruppen kennenzulernen. Übernachten konnte ich immer bei Mitgliedern der Escola, die mich sehr herzlich empfangen haben. Es war sehr interessant herauszufinden, dass all die Gruppen in den verschiedenen Städten jeweils ihre eigene Art haben, eine Gruppe zu sein, egal ob beim Capoeira oder Samba. Jede Gruppe hat ihre eigene Geschichte und Identität, aber gleichzeitig haben alle sozusagen die „DNA“ der Escola Popular. Während meines Aufenthaltes konnte ich an zwei Auftritten der Escola und einem Workshop beim Schülerkirchentag teilnehmen – auch dies waren sehr positive Erfahrungen!

Während meines Aufenthaltes konnte ich auch soziale und religiöse Aspekte der Städte, die ich besuchte, kennenlernen. Ich erfuhr, dass Johann Sebastian Bach und Martin Luther noch immer durch ihre Gesandten sprechen und dass es hier noch immer eine traditionelle christliche Identität gibt – dies habe ich während eines Gottesdienstes festgestellt, den ich mit Hans-Jürgen besuchte. Zumindest die Ältesten und die Kinder bewahren noch diese Tradition und während des Schülerkirchentages konnte ich die Arbeit der Kirche mit der neuen Generation kennenlernen.

Kurz vor meiner Rückkehr nach Brasilien gab es eine Versammlung der Leitung der Escola Popular, bei der mir vorgeschlagen wurde, Escola-Mitglied zu werden. Ich habe den Vorschlag angenommen um mit Hilfe der Sínodo von Paranapanema und der Evangelischen Kirche Bom Pastor Kontinuität in die Arbeit der Escola Popular in Brasilien zu bringen.

 

                                                                      Guilherme Zen de Figueiredo Neves.

+ Praktikumsreflexion von Patrik Ravano

Seit nun schon etwas mehr als 2 Wochen bin ich in der Escola Popular als Praktikant unterwegs.
 Gleich bei meinem ersten Tag habe ich Neues gelernt bei Stephan in meiner ersten Sambaprobe hier in Weimar.  Es ist bewundernswert mit welcher Leichtigkeit, so scheint es, die Gruppe Beat für Beat in den Proben diese riesige Freude produziert. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es keineswegs leicht ist dahin zu kommen, sondern harte Arbeit. Als Anfänger ist man jedoch im Samba nicht einfach aufgeschmissen! Ich habe nach nur einer Probe schon bei einem Auftritt mitgewirkt (Umzug in Kirchheim).
Ich besuche seit meinem Aufenthalt hier in Thüringen die verschiedenen Capoeiragruppen der Escola. Ich habe dabei realisiert, wie wichtig die Escola-Tage sind, wenn wir alle eine Einheit bilden wollen. Die Trainings in den verschiedenen Städten sind sehr verschieden vom Niveau, den Trainingsmöglichkeiten,  der Besetzung und dem Stil.
Es gefällt mir sehr zu sehen, wie viele verschiedene Menschen ihren gemeinsamen Nenner in der Escola finden. Diese ganzen schönen Erfahrungen sammle ich nicht alleine, sondern mit Zen gemeinsam, der grade aus Brasilien hier ist und auch sein Praktikum in der Escola macht.
Ich denke, dass wir beide von unseren parallel laufenden Praktika profitieren.
Weil Zen kein Deutsch spricht, habe ich schon viel Portugiesisch von ihm gelernt, anders herum übersetzte ich Zen in den Gruppen und gebe ihm die Möglichkeit sich mitzuteilen.
In den Gruppen hat Zen von Dorcas in Brasilien erzählt, ein Soziales Projekt, welches eng mit der Kirche arbeitet und auch mit der Escola.  
Mit Sicherheit war eines der Highlights das tff (Tanz und Folk Festival), bei dem uns auch Isabell begleitet hat.
Es waren sehr intensive Wochen. Wir besuchten die Wartburg,  das ehemalige Konzentrationslager in Buchenwald, das tff  und dazwischen waren immer Trainings und die Stadtbesichtigungen von Weimar über Eisenach, Leipzig, Jena und Gießen sowie Arnstadt, wo wir auch ein schönes Fest mit der Familie Neumann  und Nachbarschaft genießen konnten. Es gab viel Zeit um verschiedenste Eindrücke mitzunehmen.
Als ich einen Tag vor Zens Abreise alleine mit ihm beim Abendessen saß, und  ihn fragte wie es ihm hier gefiel, antwortete er mir zunächst sehr kurz und sagte: „ Es war sehr schön und es hat mir echt  gefallen!“, aber als ich die Frage vertiefte und fragte wie er sich gefühlt hat bei all den Leuten, wie sie ihn behandelt haben, wie er aufgenommen wurde, wie ihm die Arbeit gefallen hat ..antwortete er nur, wieder kurz und diesmal etwas leiser:

„Ich glaube, dass ein Mensch kein Einzelgänger ist und er sich gut fühlt solange er Menschen um sich hat die ihn gut behandeln…“

Zuletzt wischte er sich noch eine Träne aus dem Auge und wünschte mir eine gute Nacht.
Bei seiner Abreise hat er mit Fábio, Isabell und mir am Bahnhof nochmal seine letzte deutsche  Cerveja getrunken.
Für‘s erste.
  
 LG und Axé
Patrik Paciência Ravano


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