Escola Popular

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TAGESLOSUNG

26.09.2017

Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Nehemia 9,32

Bartimäus schrie:  Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Markus 10,48-49

SOZIALE NETZWERKE

 

Gesellschaftliche und soziale Bildung für benachteiligte und bildungsferne Kinder und Jugendliche

 

 

Personelle Untersetzung

Verantwortlich für die Umsetzung des Bildungsangebotes sind:

  • Andreas Gerschel,
    Dipl. Soz. Päd. und Ref. für Offene Jugendarbeit
    Weiterbildung: Erlebnispädagogik, Betzavta - Miteinander Demokratie erfahren
  • Hans- Jürgen Neumann,
    Dipl. Rel. Päd. / Gemeindepädagoge und Ref. f. Schülerarbeit / Leiter der Escola Popular
    Weiterbildung: KSA (Seelsorge), Systemische Familientherapie

+ Zielgruppe

  • Förderschulen, Regelschulen, Berufsschulen, BVJ
  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • Kinder und Jugendliche mit schwierigen sozialen und familiären Verhältnissen
  • Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche

Neben diesen ausgewiesenen Zielgruppen soll mit ihnen ein integrativer Ansatz verwirklicht, d.h. alters- und sozialgruppenübergreifend gearbeitet werden. Dies scheint uns eine adäquate Strategie für einen Erfolg im Sinne der Kinder- und Jugendlichen zu sein.

+ Kooperationspartner

  • Direktoren und Lehrer in Regel- und Förderschulen, Berufsschulen, BVJ
  • Arbeitskreis Offene Arbeit, der evangelische Fachverband Kinder und Jugendhilfe ( Diakonie )
  • Kirchenkreise
  • Jugendämter
  • unsere Bildungshäuser z.B. Braunsdorf, Neulandhaus und das WerkHaus
  • punktuell Arbeitsbereiche des Kinder- und Jugendpfarramtes z.B. Spiel- und Theaterpädagogik
  • die beiden Referenten werden in unterschiedlicher Intensität Honorarmitarbeiter kooptieren.

+ Ziele

  • Befähigung zum Handeln
  • Soziale-, Selbst- und gesellschaftliche Kompetenzen entwickeln, das Selbstwertgefühl zu steigern.
  • Entwicklung von Kompetenzen und deren Hierarchie:
  1. Methodenkompetenz
  2. Sozialkompetenz
  3. Personalkompetenz
  4. Sachkompetenz

Dem entspricht in Reihenfolge:

  1. Beteiligen
  2. Erschließen
  3. Reflektieren
  4. Verstehen

Dieser in der evangelischen Jugendarbeit entwickelte nachhaltige Bildungsansatz steht auf der Basis der Langzeitpädagogik. Entwicklung kann in diesem logischen Sinn bei Kurzzeitprojekten nicht ausreichend initiiert oder gar begleitet werden. Deshalb streben wir an, einzelne Projekte mit bestehenden Angeboten zu vernetzen.

+ Schwerpunkte

Dadurch ergeben sich für unser Angebot folgende Schwerpunkte:
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person:
    Selbstverantwortung und die Fähigkeit, Einflussfaktoren auf die eigene Entscheidung zu reflektieren
  • Wahrnehmen und Hinterfragen des sozialen Beziehungsgefüges zu einer/mehreren Personen:
    die Erfahrung, dass Handlungsausgänge vom eigenen Verhalten abhängig sind und schwierige Situationen bewältigt werden können
  • Reflexion eigenen Rollenverhaltens und gegebenenfalls nötige Veränderungen:
    ein aktives, positiv besetztes, auch leistungsorientiertes Selbstbild
  • Artikulation eigener Bedürfnisse auch im Bezug auf die Erwartung anderer
  • die Fähigkeit, eigene Vermeidungstendenzen zu überwinden sowie Emotionen dann kontrollieren zu können, wenn die Situation es erfordert
  • Erwerben und Reflektieren von Schlüsselkompetenzen wie z.B. Dialog- , Konflikt-, Kommunikationsfähigkeiten, Engagement, Durchhaltevermögen, (auch religiöse) Identität, Flexibilität, Toleranz, Respekt, Disziplin

+ Methoden

  • Kompetenznachweis Kultur (KNK), H.-J. Neumann
    • Reflektieren und Zertifizierung von Schlüsselkompetenzen (europaweit anerkannt und berufsweltrelevant)
  • Erlebnispädagogik, A. Gerschel
    • Hoch- und Niedrigseilgarten
    • Klettern
    • Bootstouren
    • ...
  • Musisch-kulturelle und körperbezogene Bildung, H.-J. Neumann
    • Escola Popular (Samba und Capoeira ist mehr, Geschichte, Kultur, Gesellschaft, Menschen, Politik, Wirtschaft, Sprache, Religion, Brasilien...)
    • Samba (Rhythmus finden, Taktgefühl, sich in eine Gruppe ein- und unterordnen, Disziplin, Konzentration, Rücksicht üben, spielen auf original Instrumenten erlernen, Präsenz zeigen)
    • Capoeira (ein Kampf von Tänzern und ein Tanz von Kämpfern, Körperempfinden und -beherrschen, Gleichgewicht finden, Dialog ohne Worte, Disziplin, Aufmerksamkeit, mit Gefühlen umgehen, Raumempfinden, persönliche Präsenz trainieren)
  • Betzavta, A. Gerschel
    • Miteinander - Demokratie erleben
    • Interaktionen
    • Gesprächs- und Reflektionsrunden
  • Systemische Familientherapie, H.-J. Neumann
    • in der Gruppe Systeme aufstellen und diese verändern
    • Refraiming, die Dinge einmal anders betrachten
    • Übungen zur Selbstwahrnehmung
  • Seelsorge (KSA), H.-J. Neumann
    • Beratungsgespräche
    • Gegenstandslose Meditation, alle Gedanken und Gefühle wahrnehmen und loslassen üben

Projekte

+ Projektwoche am SBSZ Hildburghausen

Zeitraum: April 2009

Die Escola Popular führt vom 21. bis 24. April 2009 am SBSZ in Hildburghausen zwei Projekte anlässlich des Jahres des Sports durch.
Dabei geht es um Fairness, Dialogfähigkeit, Rhythmus, Spiel, Spaß, Teamfähigkeit, Nähe und Distanz, natürlich auch um Bewegung und Musik.

» zur Mediathek mit Bildergalerie und weiteren Texten

+ Capoeirakindergruppe an der Grundschule 27 in Erfurt

Zeitraum: Oktober bis Dezember 2008

Die Gruppe wurde durch den Freistaat Thüringen, das Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit sowie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, durch den Einsatz für benachteiligte und bildungsferne Kinder und Jugendliche, gefördert. Hans- Jürgen Neumann entwickelte mit seinem ganzheitlichen Arbeitsansatz der "Escola Popular" eine aktivierende Bildungsmethode, welche die verschiedenen Lebensbereiche, wie Schule, Familie, Freizeit, Freundeskreise, öffentliches Leben erreicht. Auf Anfrage des Schulleiters Herrn Olaf Gläser bei dem Leiter der Escola Popular Herrn Hans-Jürgen Neumann entstand im Oktober 2008 die Idee ein Training für die körperliche und geistig-seelische Entwicklung der Kinder anzubieten. Dabei sollen die Fähigkeiten der Kinder entwickelt, sowie die Zusammenarbeit und Integration in einer Gruppe gefördert werden. Die 27. Grundschule steht in einem sozialen Brennpunkt im Erfurter Rieth. Die Capoeira in der Interpretation der Escola Popular trifft hier den Puls des Lebens (wie Jonas, ein Kind aus der Gruppe sagte).
 

Lokaler Partner

Grundschule am Berliner Platz
Staatliche Grundschule 27

Berliner Straße 1a
99091 Erfurt

Tel. 0361 7913146
Fax 0361 7100495

 
 
 

+ Sozialtherapie Jugendstrafanstalt Ichtershausen

Ein Teil der Projektgruppe im Januar 2009
Ein Teil der Projektgruppe im Januar 2009

Zeitraum: Herbst 2007 bis Frühjahr 2009

Ein Bildungsangebot im Rahmen der Sozialtherapie, welches anstrengend, aber am Ende auch fast immer aufbauend ist.
Der Unterricht umfasst Klatsch- und Rhythmusübungen, kurze Feedbackrunden und natürlich ausführliche Übungen an verschiedenen original brasilianischen Instrumenten.
Geschult wird dabei allerdings weit mehr: Ausdauer, reflektierter Umgang mit eigenen Gefühlen und eigenem Verhalten, Teamfähigkeit, Einordnen in eine Gruppe, Regeln beachten, Zuhören, Ausdruck von Freude, sich selbst und andere annehmen, Brücken zwischen verschiedenen Menschen und Kulturen bauen, etc.
Mit einer einfachen Sache, die Spaß macht, kann viel bewirkt werden, auch dann oder dort, wo klassische Bildungs- oder Therapiemethoden versagen. Selbst wenn man das gemeinsame Erleben ganz niedrig hängt, ist es schon eine tolle und entwicklungsfördernde Sache, wenn die jungen Männer hier etwas anderes erleben, als sie von ihrem Alltag draußen zu Genüge kennen.

+ Capoeiraprojekt an der Freien Fröbelschule Keilhau

Zeitraum: Juni / Juli 2007

Im Auftrag des Thüringer Sozialministeriums führt die Escola Popular Arbeit mit bildungsfernen Jugendlichen durch. Im Rahmen dieser Arbeit fand am 21. Juni 2007 ein Capoeira-Tagesprojekt mit einer Sprachheilklasse an der Freien Fröbelschule Keihlau statt. Daraus ergab sich später eine Projektwoche.

 

» Bildergalerie des Projekttages am 21. Juni 2007

» Bildergalerie der Projektwoche vom 10. bis 13. Juli 2007

 

Das Projekt hat mit unserem theologisch begründeten pädagogischen und therapeutischen Ansatz der Escola Popular für folgendes wunderbares Feedback einer Lehrerin gesorgt:

Herr Neumann,

heute morgen war schon vor meinem Eintreffen beschlossene Sache, Sie und Ihre beiden Begleiter zur Projektwoche erneut einzuladen. Das ist bereits in den Händen der zuständigen Kollegen, so dass ich gar nichts mehr tun kann, als Ihnen Bescheid zu geben. Womöglich aber wissen Sie es ja bereits.

Ich danke Ihnen und Ihren Begleitern noch einmal herzlich für diesen Tag. Die Begeisterung unter Lehrern und Schülern ähnelt ein bisschen einer Infektion mit einem Virus: dem capoeira- Virus, der außerordentlich ansteckend ist, aber nur den niederstreckt, der nicht ordentlich aufpasst.

Naja, sicher haben Sie so was schon öfter gehört.


Hier noch die Sammlung zum Thema: „Was an capoeira gut ist"

Das Thema capoeira ist so umfassend, dass man es zunächst durchaus für eine Überforderung halten könnte, unseren (lernbehinderten Förder-) Schülern auch nur die wichtigsten Aspekte zu vermitteln.
Weit gefehlt.
Gerade die Komplexität dieses Themas scheint sie heraus zu fordern.
Auf die Frage hin, was ihnen am capoeira gefällt, lautete die Antwort immer zuerst: ALLES.
Genauer nachgefragt möchte sich niemand wirklich auf nur einen Aspekt festlegen. Hier ihre Nennungen:

HISTORIE

Zunächst einmal interessieren sich die Schüler sehr für den historischen Teil, den Ursprung des capoeira und die Geschichte der Sklavenhaltung in den besetzten Gebieten Latein- und Südamerikas. Auf die Stundentafel bezogen heißt das bereits fächerübergreifender Unterricht in Geschichte, Geografie und Ethik, drei in unserer Klasse sonst nicht gerade beliebten Fächern. Ich denke, erst jetzt, mit diesem Bezug zu den Sklaven, die aus Afrika nach Amerika gebracht wurden, eröffnete sich ihnen wirklich eine Vorstellung von der Verteilung der Kontinente auf der Erde.

MUSIK

Da die Musik ganz selbstverständlich zum capoeira gehört, wurde sie selbst von den Schülern angenommen, die im regulären Musikunterricht weniger engagiert sind. Die Lieder haben ihnen gefallen: die, die sie gehört haben und die, die sie gesungen haben. Das Spielen auf den Instrumenten hat ihnen gefallen und das Klatschen von Rhythmen. Das ist etwas, was ihnen außerordentlich schwer fällt: das Singen, das Erlernen von Texten und Melodien, das Sich- Einordnen in einen festen Rhythmus..., weshalb es natürlich gern vermieden wird.
Nicht aber hier.

BEWEGUNG

Mit Begeisterung haben sich unsere Schüler in das Erlernen der Bewegungen gestürzt und bis zur großen Pause ohne eine einzige Pause durch gezogen. Das ist deshalb der Erwähnung wert, weil es etwas ganz Besonderes ist, wenn unsere Schüler auf ihre Pausen verzichten. Sie kamen nicht einmal auf die Idee, danach zu fragen. Das hätte uns einen Tag zuvor noch keiner geglaubt.
Die Bewegungen an sich fördern ihre motorischen Fähigkeiten, die Koordinationsfähigkeit, die Konzentration (schließlich muss man sich gut merken, wie es geht), darüber hinaus aber auch die Ausdauer und Geduld. Das Erlernen durch Zuschauen erfordert die Schulung der Beobachtung, das genaue Hinsehen und schließlich die Übersetzung im „Spiegel", ein außerordentlich hoher Anspruch, von dem sich gestern niemand abschrecken ließ.
Sah man sich heute auf dem Pausengelände um, konnte man beobachten, dass das Gelernte sogar hängen geblieben ist. Die Schüler, die dabei waren, wurden wiederholt dazu aufgefordert, das doch mal zu zeigen.
Auf diese Weise fällt die im Unterricht sonst vom Lehrer geplante Übung und Wiederholung wie von selbst in die Hände der Schüler, die kein Erwachsener dazu auffordern musste.

AUFMERKSAMKEIT

Die Schüler fanden es gut, dass sie gelernt haben, immer aufmerksam zu sein. Es war für sie vollkommen einsichtig, dass sie dem Anderen stets ins Auge sehen müssen, um nicht von einem Angriff überrascht zu werden. Setzt man das Projekt bei den Schülern fort, wird sich die Anforderung an ihre Aufmerksamkeit sogar noch steigern, denn sie werden dann nicht mehr nur auf ihr Gegenüber, sondern auch auf die Musik achten müssen, die den Rhythmus und die Geschwindigkeit der Bewegungen vorgibt.
Auch die „Zuschauer" in der Roda sind in ihrer Aufmerksamkeit stets gefordert, weil sie mehr als nur zuschauen: sie singen mit, zum Teil klatschen sie mit, sie verständigen sich schweigend, wenn sie als Nächste in die Roda möchten, sie wechseln vielleicht auch einmal jemanden an den Instrumenten ab, der auch einmal in die Roda möchte.
Darüber hinaus merken sie sich die Regel: „den Anderen immer gut im Auge behalten" auch für ihr ganz persönliches Leben. Ich vermute, dass dieser Bezug zur Lebenswelt der Kinder ihnen diese Aufmerksamkeit so bemerkenswert macht. Bleiben sie dabei und übertragen das Gelernte auch auf andere Situationen, werden sie es in Zukunft ganz sicher leichter haben, sich zu integrieren. Dazu kommt noch folgender wichtiger Aspekt:

DIE ART DES UMGANGS MITEINANDER

Beim capoeira betrachtet man sein Gegenüber nicht als Gegner, sondern als Mitspieler. Man geht nicht verbissen aufeinander los, sondern spielt mit einem Lächeln im Gesicht. Es kommt nicht darauf an, sich KO zu schlagen, sondern seine Bewegungen auf den Anderen abzustimmen. Ein Wechselspiel zwischen Abwehr und Angriff mit der Grundregel, den Anderen nicht wirklich zu verletzen. Ein Appell an die Gewaltlosigkeit im Umgang mit Konflikten. Es gibt keinen Gewinner oder Verlierer, es ist kein Kräftemessen, sondern ein Austausch von Fähigkeiten. Das stärkt das Selbstwertgefühl der Beteiligten und macht ihnen Mut, auf andere Weise aufeinander zuzugehen. Gerade für unsere Schüler ist das eine ungeheuer wichtige Lektion. Sprachheilschüler haben Probleme damit, sich sprachlich zu artikulieren und verfallen daher schnell in körperliche Auseinandersetzungen. Jetzt haben sie ein neues Kommunikationsmittel entdeckt, das allen eine hohe Achtung abringt.

 

Es grüßt die Förderklasse 1 und ihre Lehrerin

P. Krug

+ Samba Projektwochen mit Schülern der Pestalozzi Förderschule in Pößneck

Ein Teil der Projektgruppe
Ein Teil der Projektgruppe

Zeitraum: November 2007

Sambaprojektwochen mit der Förderschule in Pößneck. Die Ev. Jugendarbeit im Kirchenkreis Schleiz war Kooperationspartner, machte Werbung für unsere Arbeit, stellte die Kontakte her und die Räume zur Verfügung.
Die Projekte forderten alles von den SchülerInnen. Mehrere Stunden am Stück konzentrierte Arbeit war eine der Erfahrungen, die sie dabei machen konnten. Sich verantwortlich in eine Gruppe einzubringen und dabei eigene Hürden zu überwinden war ein weiterer Schwerpunkt.

 

 

» Bildergalerie zur Projektwoche vom 12. bis 16. November 2007

» Bildergalerie zur Projektwoche vom 19. bis 23. November 2007

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Flyer zum Projekt

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PDF-Datei, 0,9 MB