23.02.2012
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Jesaja 54,4
Christus spricht:
Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Heilige Geist.
Markus 13,11
Olá galera,
letzte Woche war ich für ein paar Tage mit Bekannten in Bahia und bin total verzaubert von der Schönheit des Landes und dem kulturellen Reichtum. Leider sind mir auf der anderen Seite auch viel Armut und Gewalt begegnet.
Von Recife aus sind wir zwölf Stunden mit dem Nachtbus nach Salvador gefahren, haben mit der Fähre übergesetzt und sind mit dem Bus weitere sechs Stunden zu unserer Pousada zwischen Itacaré und Ilheus gereist. Diese Fahrt war zwar relativ anstrengend, jedoch sehr interessant für mich Land und Leute zu sehen.
Die Landschaft ist von einer Vielzahl von Baum- bzw. Palmarten (Kokos, Banane, Dendê, Kakao, Bambus, Eukalyptus), sowie Flüssen, Seen und Lagunen gezeichnet. In den kleinen Fischerdörfern der "Costa de Dendê" begegneten uns sehr lebensfrohe Menschen, deren Alltag jedoch vorwiegend von Arbeitslosigkeit geprägt ist. Als Europäer fällt man in dieser Gegend natürlich, ohne es zu wollen, sofort auf, was mir etwas unangenehm war.
Die Situation des gesamten Staates verschärfte sich während unseres Aufenthaltes durch den Streik der Zivil- und Militärpolizei, welche eine gerechtere Bezahlung fordern. In den Städten haben daraufhin sämtliche Geschäfte aus Angst vor Banditen vorübergehend geschlossen. Wir konnten glücklicher Weise noch ohne Probleme zurückfliegen. Allerdings hatten sich auf dem Flughafen mehrere hundert Polizisten einer Spezialeinheit verschanzt. Dieses ganze Szenarium war für uns ziemlich schockierend, doch haben wir es uns nicht nehmen lassen Salvador zu besichtigen. Die Stadt beeindruckte mich durch ihre wunderschönen Strände, das historische Zentrum und die kulturelle Vielfalt (Museen, Musik, Capoeira...). Mein persönliches Highlight war es, die Akademie von Bimba zu sehen!
Mittlerweile ist Bahia den 10. Tag im Streik und absoluten Ausnahmezustand! Viele der Events und Konzerte der Vor-Karnevalszeit wurden schon abgesagt und alle hoffen, dass das große Fest noch stattfinden kann...
Ich bin wieder in Pernambuco Recife/Olinda und ab nächster Woche auf jeden Fall beim Karneval dabei!!!
Beste Grüße
aus diesem chaotischen Brasilien ins beschauliche Weimar!
Oi gente,
hoffe, ihr seit gut ins neue Jahr gekommen und die Escola ist in vollem Gange!
Ich habe Silvester in Recife und Olinda am Strand verbracht, da hier von Fr. bis Mo. mit viel Samba, Forró, Brega und Frevo (...) durchgetanzt wurde.
Am 5. Januar bin ich dann weiter in den Norden nach Rio Grande do Sul gereist und habe mir auf dem Rückweg die Küstenstädte von Paraíba angeschaut. Besonders beeindruckend auf dieser Tour waren die Sanddünen in Natal, welche wir mit einem Buggy durchquert haben und die Delphine am Strand von Pipa. Insgesamt waren diese Reiseziele jedoch für meinem Geschmack zu touristisch und überlaufen, was natürlich auch an der aktuellen Hauptsaison liegt. Daher hat mir Joao Pessoa, was nur ca. 100km nördlicher von Recife liegt, durch die fast noch unberührten Strände und die angenehm ruhige Atmosphäre am besten gefallen, da es eine sehr grüne, saubere und organisierte Stadt ist.
Jetzt bin ich wieder zurück und werde noch bis Ende Februar das "verrückte Leben" im Nordosten genießen...
Beijos, - Isabell
Hallo ihr Lieben,
ich bin jetzt seit dem 15. Dezember in der Nähe von Olinda und werde von hieraus in den nächsten Wochen den Nordosten erkunden. Letztes Wochenende hatten wir bereits in der Stadt das Vergnügen, das afrobrasilianische Temperament der Maracatú-Gruppen mitzuerleben. Diese "Trommelumzüge" finden das ganze Jahr über statt, wobei das Spektakel seinen Höhepunkt zu Karneval findet. Vorraussichtlich werde ich dieses Mal im Februar dabei sein!
Die letzten drei Tage sind wir mit Freunden im Auto von Recife aus Richtung Maceió an der Küste entlang gefahren und haben wunderschöne kleine Fischerdörfer entdeckt.
Felíz Natal e tudo de bom pra o ano novo!
Beijos, Isabell
Mit der Jugendgruppe der Gemeinde Redentor zum "Camping do Natal" in Florianopolis:
Wie jedes Jahr hat der Pastor mit den Jugendlichen über ein Wochenende kurz vor Weihnachten einen gemeinsamen Ausflug veranstaltet. Dieses Mal sind wir etwa zu fünfzigst an den Strand von Floripa gefahren und haben dort ganz in der Nähe auf einem Campingplatz gezeltet. Dort haben wir eine große Wanderung an der Küste lang unternommen und uns anschließend am Strand entspannt...
Eine sehr schöne Reise, bei der ich die Gruppe noch einmal besser kennenlernen konnte!
Dieser Tag war eine einzige Katastrophe!
Nach einem Konzert in dem Viertel des Projektes "Almirante Tamanderé" standen wir mit den Kindern von Dorcas gegen 22 Uhr im Dunkeln auf der Straße, da der Busfahrer sich verfahren hatte und nicht mehr den Berg hinauf kam. Daraufhin mussten wir einen Ersatzbus rufen, der uns aus dieser gefährlichen Situation brachte...
Völlig erschöpft kam ich dann gegen 23Uhr bei mir "zu Hause" an und wollte nur noch ganz schnell schlafen. Doch da überraschte mich ein Einbrecher, der über's Dach eingestiegen war, in meinem Zimmer. Dieser drohte mir mit Schlägen (glücklicher Weise ohne Waffe), würde ich ihm nicht Geld und andere Wertgegenstände überlassen. Total schockiert habe ich dann versucht ruhig auf ihn einzureden, ohne dass er die Panik bekommt und unkontrolliert handelt, da er mir sehr danach schien, Drogen genommen zu haben. Nachdem er sich dann meines Rucksackes, Laptops, 50 Reais, einer Uhr und dem Hausschlüssel bedient hatte, wollte er mich in meinem Zimmer einschließen, was ich gerade noch verhindern konnte. Anschließend hat er das Haustelefon kaputt gemacht, damit ich nicht direkt die Polizei rufen kann und ist auf und davon...
Die ältere Dame, bei der ich gewohnte habe, war inzwischen schon im Bett und hatte geglaubt, ich würde mich so ruhig mit "einem Freund" unterhalten. Wir haben dann sofort die Polizei alarmiert, die allerdings nicht viel machen konnte und mir wenig Chancen ausrechnete den Typen zu schnappen.
Das Schlimmste sind dabei die Fotos, Filme und Dokumente, die ich verloren habe! Ich versuche jetzt alles mit der Versicherung zu regeln und mich von dem Schock zu erholen. Doch mit so etwas hatte ich absolut nicht gerechnet!!!
Macht euch aber keine Sorgen, mir geht es sonst sehr gut hier und fühle mich eigentlich auch recht sicher auf der Straße. Habe einfach Pech gehabt!
Der November in Curitiba begann mit einem kulturellen Auftakt in Form des Stadtfestes. Dieses zog sich über zwei Wochen hinweg und bot verschiedenste interessante Veranstaltungen. Der Schwerpunkt lag dieses Mal auf der aufrobrasilianischen Kultur, wodurch es zahlreiche Konzerte, Tanzaufführungen und auch Rodas in der Stadt zu sehen gab.
Mich persönlich begeisterte die Vielfalt der Angebote und die allgemein sehr angenehme Stimmung während des Kulturfestes! - die aber auch sonst in Curitiba herrscht...
Anfang des Monats bin ich dann zu einer sehr netten älteren Dame umgezogen und fühle mich hier sehr wohl. Sie ist die Mutter einer Musiklehrerin in Dorcas und wohnt nur zwei Straßen weiter von meiner vorherigen Bleibe. Ohne mich wirklich zu kennen, hat sie sofort zugesagt mich bis zu den Ferien bei sich zu Hause aufzunehmen. Diese Offenheit und Leichtigkeit, die einem hier begegnet, überrascht und erfreut mich immer wieder!
Die Woche in Buenos Aires, Argentinien, zeigte mir die Unterschiede der beiden Mentalitäten. So halte ich die Argentinier für ein sehr stolzes Volk, das großen Wert auf die eigene Kultur legt. Einerseits finde ich diese Eigenschaft sehr lobenswert, da sie sich weniger an dem amerikanischen Lifestyle orientieren, wie zum Beispiel die Brasilianer, und daher sehr viele alternative Gruppen existieren; andererseits hatte ich als Tourist wesentlich weniger das Gefühl "willkommen zu sein", wie es in Brasilien der Fall ist.
Vielleicht lässt sich Buenos Aires mit Sao Paulo vergleichen, was ich zwar noch nicht kenne, mir aber genau so vorstelle: riesig, viele Menschen, wahnsinniger Verkehr, laut, hektisch, schmutzig (wie wahrscheinlich jede Großstadt)...
Jedenfalls habe ich durch diese sehr schöne und interessante Reise auch zu schätzen gelernt, was ich persönlich an Brasilien/Curitiba habe!
In Dorcas ist für mich mittlerweile Routine eingekehrt und ich werde nun auch von den Kindern als "vollwertige Lehrerin" akzeptiert. Immer öfter übernehme ich nun auch die morgendlichen Capoeirastunden, was für mich anfangs eine große Herausforderung war: alleine, auf einer fremden Sprache Kinder zu unterrichten; was sich aber inzwischen gut eingespielt hat. Schon kommenden Freitag, den 9. Dez. schließen wir das Projekt mit einer Weihnachtsfeier für die ganze Familie für dieses Jahr ab. Erst Ende Februar wird es wieder Angebote für die Kinder geben, was mir ein bisschen Sorgen bereitet. Bis dahin sind sie sich völlig allein überlassen, was sich auf den "Neustart" im nächsten Jahr auswirken könnte.
Ansonsten sind hier alle schon in großer Weihnachtsvorfreude! Überall gibt es die kitschigsten Dekorationen: zu Hause, in Kaufhäusern etc. Jedes Adventswochenende wird außerdem eine große Openair-Show mit Weihnachtsliedern im Zentrum präsentiert und es gibt selbst Weihnachtsmärkte mit Plätzchen und allem was dazu gehört...
So wünsche ich auch Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit!!!
Liebe Grüße,
Isabell
Letzten Freitag hatten die Kinder von Dorcas ihre erste "weihnachtliche Aufführung" vor ihren Mitschülern. Sowohl der Chor, als auch das kleine "Orchester" verzauberten die anderen Kinder und brachten die Advendsstimmung in deren Klassenräume! Ich glaube, dass es eine sehr schöne Abwechslung für die Kinder in dem Viertel war und hoffe, dass einige Interesse an Dorcas gefunden haben.
An jedem letzten Samstag des Monats macht die Angolagruppe eine Roda im Zentrum. So haben wir auch dieses Mal auf einem sonnigen Platz bei 30°C vor vielen neugierigen Zuschauer Capoeira gespielt. Jetzt am Mittwoch (30. Nov) gibt es ein großes Fest zu Ehren Mestre Pastinhas.
Gestern war die Batizado von Zens Gruppe und er hat mich dazu eingeladen. Sie trainieren in einer Schule und haben sowohl eine Kinder-/Jugendgruppe, als auch eine für Erwachsene. Etwa 20 Teilnehmer und 5 verschiedene Mestres aus der Region haben an der Batizado teilgenommen. Dabei ging es zum Teil ganz schön heiß her! Aber letztendlich haben alle durchgehalten und eine weitere Kordel bekommen.
Für mich als Zuschauer war es eine sehr spektakuläre und interessante Show, besonders das Spiel der Mestres, aber insgesamt nicht ganz mein Fall.
Hier also ein paar Ausschnitte - leider kann ich euch nicht die Videos davon schicken...
bis bald, beijos
Isabell
Hallo ihr Lieben,
ich bin zurück aus Buenos Aires und schicke euch hier ein paar kleine Einblicke in die argentinische Hauptstadt. Die Tage mit meinem Bruder waren super schön und ich habe mich sehr gefreut, ihn wiederzusehen! Wir hatten die ganze Woche Sonnenschein mit über 30°C und waren daher viel draußen unterwegs: in der Stadt, den Parks, in dem ökologischen Reservat und in Tigre (dem Paraná - Delta). Es gibt wahnsinnig beeindruckende Monumente, tolle Kulturzentren/Museen (Malba), natürlich Tango und viel Fleisch!
PS: Habe jetzt auch wieder Internet!
Beijos, Isabell
Dieses Wochenende hat das Kulturfest unter dem Motto "Viva A Cultura da Paz" in Curitiba zum zweiten Mal stattgefunden. Das Fest geht von einer alternativen Bewegung aus São Paulo aus und wurde erst letztes Jahr auch hier ins Leben gerufen. Dabei gibt es ein Wochenende lang zahlreiche und vielfältigste Kulturveranstaltungen in der gesamten Stadt bzw. in den Theatern, Museen, Parks und auf den Vorplätzen. Verschiedenste Künstler (Musiker, Tänzer, Artisten, Komiker ...) aus der Umgebung haben ihre Shows auf Open-Air-Bühnen präsentiert. Natürlich durfte Capoeira bei diesem Programm nicht fehlen! So haben alle Gruppen aus Curitiba "Rodas" im Freien veranstaltet, wobei ich auch teilgenommen habe. Für 48 Stunden war Curitiba ein bunter Markt und Festbühne zugleich!
Das erste Bild zeigt eine roda einer Regionalgruppe; die beiden anderen sind von den Angoleiros der Stadt.
Anfang des Monats wurde ich von der Gemeinde "Redentor" offiziell im Gottesdienst begrüßt und herzlich aufgenommen. Dort habe ich mich noch einmal vorgestellt und erklärt was ich hier mache, woher ich komme etc. Alle waren mir gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit, so dass ich keine weiteren Schwierigkeiten hatte mich zu integrieren. Jeden Samstagabend gibt es hier außerdem ein "Gruppentreffen" für Jugendliche und Studenten, wobei man mehr auf die Themen derer eingeht. Es wird Musik gespielt, gesungen, diskutiert und gebetet (was hier eine ganz andere Rolle als bei uns spielt). Für mich eignen sich diese Treffen, um neue bzw. andere Leute zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Kurz darauf kamen dann auch die beiden anderen "intercambistas" aus Norwegen hier an. Die zwei Mädels sind von einem Austauschprogramm der Kirche und helfen hier vorwiegend in den Projekten der Gemeinde mit. An zwei Tagen der Woche helfen sie jedoch auch in Dorcas mit, was bisher noch etwas schwierig ist, da sie bisher nur Englisch sprechen. Diese Erfahrung habe ich ja bereits durchgemacht und freue mich nun als eine Art "Vorbild" ihnen im Projekt zur Seite zu stehen. Dabei kann ich mittlerweile zwischen ihnen, Darclê und den anderen Mitarbeiter sprachlich vermitteln und den Ablauf erklären. So bin ich nun nicht mehr "Die Neue", sondern gehöre schon zum Team, was mich ein bisschen stolz macht. Außer dem Capoeiraunterricht begleite ich nun auch die Portugiesischnachhilfe und werde ab jetzt auch mit den beiden Norwegerinnen eine Sport-/ Spielstunde für die Kinder am Nachmittag einrichten. Desweiteren haben wir bereits mit den Weihnachtsvorbereitungen begonnen (was sich für mich hier, bei steigenden Temperaturen, sehr eigenartig anfühlt und bei mir nicht so richtig eine besinnliche Stimmung aufkommen mag). Am 9. Dezember planen wir eine Weihnachtsfeier "Natal no Dorcas" mit einem Krippenspiel, Chor und Musikkonzert.
In meiner Capoeiragruppe in der Stadt fühle ich mich sehr gut aufgehoben und wachse immer mehr dort hinein. Ein wesentlicher Faktor war für mich bestimmt auch der Workshop in Florianopolis, bei dem ich das ganze Wochenende mit den Leuten gemeinsam unterwegs war und sie besser kennengelernt habe. Bis auf sonntags gibt es täglich 2-3 Trainings, so dass ich mindestens 3 Mal die Woche hingehen kann. Im November gibt es im Zentrum ein umfangreiches Kulturprogramm mit regionaler Musik (Samba, Forró, Pagode...) Tanz und Capoeira. Dabei werden wir an den nächsten Wochenenden teilnehmen und Rodas veranstalten. Ich freue mich schon sehr darauf dabei zu sein und Neues zu sehen bzw. zu lernen!
Letztes Wochenende bin ich alleine mit dem Bus nach Foz do Iguaçu gefahren (ca. 10 Stunden von Curitiba). Dort habe ich die Hauptattraktion, die Wasserfälle auf der brasilianischen und argentinischen Seite, besucht, bin für einen Nachmittag rüber nach Paraguay und habe den Itaipú-Staudamm besichtigt. Dieser Ausflug war mein Höhepunkt der Woche! (Davon sind auch die Fotos)
Nächste Woche werde ich wahrscheinlich meine Familie, bei der ich zur Zeit wohne verlassen und zu einer anderen ziehen. Das ist auf der einen Seite spannend, auf der anderen ein bisschen traurig, da ich mich hier sehr wohl gefühlt habe und die beiden Töchter vermissen werde. Ich hoffe allerdings nicht allzu weit weg zu ziehen, so dass ich sie trotzdem treffen kann und nahe am Zentrum bleibe. Bald mehr davon...
Alles Liebe,
Isabell
Desweiteren bin ich dieses Wochenende spontan mit meiner Capoeiragruppe "Dobrada" nach Floripa (Florianopolis) zu einem Angola-Workshop gefahren. Dort hat ein Mestre aus São Paulo mit uns (etwa 40 Teilnehmer aus der ganzen Umgebung) trainiert. Diese Erfahrung in einer solch traumhaften Umgebung (Insel) war für mich das absolute Highlight der Woche!
PS: Mein Capoeira-Lehrer ist der contra mestre "Negão"! Ich glaube es ist nicht all zu schwer, ihn auf dem Foto der Bateria zu finden^^...
Beijos, Isabell
Mit etwa 15 Kindern sind wir am Donnerstag Nachmittag in der Schule aufgetreten. Alle waren völlig aus dem Häuschen vor ihren Freunden die trainierten Bewegungen in einer "roda de capoeira" zu präsentieren. Voller Elan haben sie über eine halbe Stunde miteinander gespielt und damit ihre Klassenkameraden beeindruckt. Diese waren total begeistert! So konnten wir vielleicht noch mehr Kinder für Capoeira im Dorcas-Projekt interessieren. Die Kids und ich waren jedenfalls am Ende sehr zufrieden und wir hatten eine Menge Spaß...
Ich kann es kaum glauben, aber ich bin jetzt schon seit einem Monat hier in Curitiba und es geht mir super gut!
Es gab soweit keine Eingewöhnungsschwierigkeiten und auch das Heimweh hält sich in Grenzen, wenn ihr versteht ;)...
Die Familie, bei der ich zur Zeit wohne, ist sehr freundlich und hilft mir bei allen Fragen weiter.
Vorraussichtlich werde ich noch bis November bei ihnen bleiben und dann zu einer anderen Familie aus der Gemeinde ziehen.
Genaueres ist im Moment noch nicht klar - es stehen aber wohl einige Angebote zur Auswahl.
Im Dorcas-Projekt hab' ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt! Ich verstehe mich super mit Darclê und den anderen Mitarbeitern / Freiwilligen (ca. 20 insgesamt) - und die Kinder sind mir schon richtig ans Herz gewachsen!!! Bisher gibt es nur an drei Tagen der Woche Angebote,
- für die Kinder: Nachhilfe in Mathe und Portugiesisch, Chor und Flötenunterricht, sowie Fußball und Capoeira
- und für die Eltern/ Mütter: Näharbeiten, Küchendienst und Musik
Diese Angebote sollen jedoch noch ausgeweitet werden, so dass es jeden Tag Unterricht gibt. Außerdem hat Dorcas von der Stadt ein weiteres Stück Land auf der anderen Seite der Straße inmitten der Favela bekommen, um dort eine zweite Einrichtung zu schaffen.
Ich fahre also dienstags, donnerstags und freitags morgens mit dem Bus eine halbe Stunde zu Dorcas. Am Vormittag gebe ich zusammen mit Zen für eine kleinere Gruppe Vorschulkinder und am Nachmittag für ungefähr 14 Schulkinder im Alter von 10 Jahren Capoeiraunterricht. Für diese Gruppe habe ich bereits ein paar Vorschläge eingebracht, um diesen wuseligen Haufen, auf Trab zu bringen, ohne dass sie sich langweilen. Denn ihnen fällt es sehr schwer, sich auch nur für einen Moment zu konzentrieren. Diese Woche also haben wir mit ihnen einige neue Sachen ausprobiert und es war schon um einiges besser. Besonders gerne spielen sie zusammen in der "roda" und können gar nicht genug davon bekommen. Nächsten Donnerstag haben wir eine erste Präsentation in einer Schule des Viertels, um noch mehr Kinder und in Zukunft auch Jugendliche zu erreichen.
Diese Woche habe ich außerdem eine Capoeira-Angolagruppe "Dobrada" ganz in meiner Nähe gefunden. Der Mestre Rogerio hat einige Gruppen in Deutschland, diese sind in ganz Europa vertreten. Ich war bis jetzt bei zwei Trainings und einem Rhythmustraining und bin völlig begeistert. Contra-Mestre Negao^^ ist ein sehr netter, entspannter Lehrer! Er hat mich sofort offen empfangen und mich am Unterricht teilhaben lassen. Mir gefällt seine Art zu spielen und auch seine Einstellung: lieber kleinere Dinge exakt, als große Show und unsauber. So glaube ich von ihm noch eine Menge lernen zu können!
So hab ich bisher schon einige Leute kennengelernt, die Stadt erkundet, erste Ausflüge unternommen, meine erste Erkältung überwunden (war zwischendurch doch sehr frisch hier, jetzt scheint es jedoch langsam Frühling zu werden; 32°C heute) ...
Mit der Sprache wird es auch immer besser: mittlerweile verstehe ich fast alles und kann mich auch irgendwie verständlich machen. Außerdem hab ich nun nach langer Sucherei auch einen Freiwilligen gefunden, der mir ab jetzt zwei Mal die Woche Portugiesischunterricht gibt. So hoffe ich mich noch schneller zu verbessern!
bin dahin, sonnige Grüße aus Curitiba
Isabell
Darclê bat mich, diese Fotos zu machen, da sie es nicht glauben konnte, wie ruhig und ordentlich das Mittagessen inzwischen abläuft. Bis vor einem halben Jahr hätte sie sich das nicht einmal erträumen können. Die Kinder sind es von zu Hause nicht gewöhnt, einfachste Dinge zu beachten, wie z.B. vor dem Essen die Hände waschen, mit Besteck essen und grade am Tisch sitzen. Hier also die Beweisfotos, dass sich etwas zum Positiven hin verändert!
Beste Grüße - Isabell
tut mir leid, dass ihr jetzt erst von mir hört. Bin gestern abend aus Santa Catarina wieder gekommen, wo ich mit meiner Gastfamilie die Feiertage verbracht habe. Heute habe ich mich spontan mit Fábio, Déia, Sue und Sylvia getroffen. Wir sind zusammen durch die Stadt geschlendert und haben uns bei einem Kaffee ausgetauscht. Anschließend habe ich noch Déias Familie kennengelernt und die beiden Mädels zum Flughafen gebracht. Es war ein sehr schöner Tag!
Hier also einen Einblick in die Feiertage am Strand und das Treffen mit unseren Leuten in Curitiba beim "Oscar Niemeyer Museum".
Sonnige Grüße - Isabell
Oi Escola Popular,
hier also ein Auszug meiner Highlights der ersten Woche: