05.02.2012
Es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen.
Jesaja 11,10
Paulus schreibt:
Wenn aber nun du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
Römer 11,17-18
Eindrücke, Gedanken, Geschichten und Fotos unserer Delegation in Brasilien.
An dieser Stelle erscheinen bis Ende August aktuelle Berichte und Fotos aus Brasilien. Unsere kleine Delegation bestehend aus Hans-Jürgen Neumann, Maik Becker, René Obst, Andréa Schieferdecker und Fábio de Castilhos Lima berichtet von ihrem umfangreichen Programm.
Reich an Erfahrungen, überwältigt von Eindrücken treten wir die Heimreise an und ebenso fest entschlossen sind wir, unseren Weg als Profilgemeinde fortzusetzen und die begonnene Kooperation zwischen der EKM und der IECLB weiter auf zubauen.



Nachdem wir aufgebrochen waren, um in eine Kooperative für nachhaltiges Wirtschaften zu fahren, stellte sich nach 50 km und einer Fahrzeit von ca. einer Stunde heraus, dass wir falsch waren...
Wir landeten auf einer Ranch weiter im Inland. Dort, wo die Landschaft einfach bezaubernd ist, die kleinen Frösche ihren Jammergesang (man meinte an einer Formel 1 Strecke zu stehen) lautstark über die teils stark zerklüftete, teils als welliges Weideland genutzte Landschaft singen. Dort, wo auf und an den Bäumen eine Vielzahl von Orchideen und andere Gastpflanzen wuchern und die Vögel alltägliche Begleiter sind. Man kann Schluchten entdecken und wildromantische Ausblicke über weites Land genießen.
Dort standen 5 gesattelte Pferde und ein ca. 17 jähriger, absolut sattelfest aussehnder „Cowboy“ wartete auf uns. Bei dieser Begegnung stellte sich heraus, dass Pastor seinen 50. Geburtstag hat und das Ganze absolut kein Versehen war. Die Jungs hatten es ausgeheckt, unsere brasilianischen Praktikanten hatten es herzlichst befördert, der Bischof hatte professionell recherchiert und organisiert. Dazu gab es einen Hut aus der trockenen und harten "Sertaneja" des Inlandes als Geschenk.
Große Überraschung, Freude und Rührung auf allen Seiten...
Die Details der Ritte bitte dezent bei den Beteiligten erfragen.
Der Hut hat den Härtetest bestanden!
Anschließend erfrischte das winterliche Bad im Pool bei 30° C. Zeit zum Ausruhen gab es dann doch nicht. Solche Erlebnisse strengen durchaus auch an... Es ging durch den dichtesten Abendstau (eigentlich staute sich die ganze Riesenstadt) zur Synodensitzung. Auf dem Programm standen ein Feedback unserer Reise sowie Besprechung des weiteren Vorgehens...
Das Ergebnis ist atemberaubend: die Arbeit der Escola ist einmalig und äußerst wichtig für die Menschen und die lutherische Kirche hier. Dabei sind die Erfahrungen in der Leitung und Organisation, in der praktischen Durchführung wie in der Philosophie und im Stil der Capoeira und der Samba-Batucada nicht zu ersetzen. Passend zum Start der zweiten Jahrhunderthälfte im Leben von Hans-Jürgen stehen wir also vor einem Start zu neuen Ufern.
Der Abend klang in einem Jazzclub mit Musikern auf Weltniveau aus und höchst aufgekratzte, glückliche Escoleiros kamen danach immer noch nicht so richtig zum Schlafen. Die verbleibenden zwei Tage werden nun gebraucht um konkrete Arbeit und erste wie weitere Ziele zu verabreden und unsere Rückreise vorzubereiten. Das wird nicht leicht werden.
Eine sehr anstrengende aber auch äußerst erfüllende Arbeitsreise nähert sich ihrem „Etappenende“. Dabei sind in unseren Herzen Felder mit Samen wunderbar blühender Blumen und Kräuter besät worden. Alles weitere dann im Dialog mit der Leitung der Escola.
Axé do Pastor



































Danach ging es mit der Pastorin in ein Kinderheim, wo missbrauchte Kinder mit Gewalterfahrungen untergekommen sind. Dort und auch nebenan in ihrer Gemeinde gäbe es für die Escola Popular Möglichkeiten zu arbeiten.
Nach einer kleinen Mittagspause (mit Einkauf, Arbeiten an der Internetpräsentation, Auswertung der bisherigen Projekte und Vorbereitung der folgenden Begegnung) in unserem kleinen gemütlichen Häuschen ging es mit dem Bischof zur Synodenleitung.
Ziel dieser ersten Zusammenkunft ist das Aufbauen einer Partnerschaft. Wir lernten die fast komplett ehrenamtlich arbeitende Synodenleitung (mit Ausnahme der Leitungssekretärin und des Bischofs) kennen. Uns wurde die Struktur der Landeskirche von Paranapanema erklärt und wir erklärten die Struktur der EKM sowie die Arbeit und Struktur Escola Popular.
Als wir wieder zurückkamen war es 19.00 Uhr. Maik und René stimmten noch die Instrumente, während Hans-Jürgen mit Fábio weiter an der Internetseite arbeiteten. Nach einem Abendmahl mit Familie Schieferdecker (es gab wunderbares Risotto) und ein paar weiteren Absprachen ging es gegen 22.30 Uhr nach Hause.
Einige Daten der Landeskirche/Synode Paranapanema:
Paranapanema ist eine von 18 Landeskirchen in Brasilien
Durchmesser 1000 km (soweit wie von Weimar bis nach Rumänien)
17 000 Mitglieder
70 PastorInnen
(Diese Kirche ist eine Minderheitenkirche, 70% der Bevölkerung Brasiliens ist katholisch;
Auf dem Weg durch eine Favela zur Kooperative Zumbi kamen wir auf einem Kilometer an 12 neuen Evangelikalen „Kirchen" vorbei.)








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