Escola Popular

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TAGESLOSUNG

28.05.2017

HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen.
Psalm 10,14

Jesus ließ die Menge zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
Lukas 9,11

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Abschlussbericht des Praktikums von Isabell Le Blanc

Ausführliche Reflexion zu Isabells Praktikum vom August 2011 bis Mai 2012.

Isabell le Blanc hat von August 2011 bis Mai 2012 im Rahmen uneres Brückenprojektes ein Praktikum im Sozialprojekt Dorcas in Curitba, Brasilien absolviert. Neben ihren wöchentlichen Berichten, die Sie an dieser Stelle lesen können, hat Isabell nach ihrer Rückkehr auch einen ausführlichen Abschlussbericht verfasst, den wir an dieser Stelle zusammen mit einer größeren Bildergalerie veröffentlichen wollen.

Reflexion des Sozialpraktikums im Projekt "Dorcas"

Denke ich an meinen zehnmonatigen Aufenthalt in Südbrasilien (Curitiba), in dem ich mein  Sozialpraktikum im Projekt „Dorcas“ absolvieren durfte, blicke ich sehnsuchtsvoll zurück.

Heute vor einem Jahr war ich noch mit der Vorbereitung meiner Reise beschäftigt und wusste kaum, was mich erwarten würde. Schon lange hatte für mich festgestanden, dass ich nach der Schule für eine Zeit nach Brasilien gehen würde. Dass ich jedoch über das Brückenprojekt der Escola Popular meinen Traum verwirklichen konnte, war für mich ein großes Glück!

Ich erinnere mich noch genau, als ich Anfang vergangenen Jahres Hans-Jürgen ganz unverbindlich bei einem Escolatag auf meine Pläne ansprach und direkt den Kontakt von Darclê (der Leiterin des Sozialprojektes) erhielt. Mit einer solchen Gelegenheit hatte ich gar nicht gerechnet - ein Sozialpraktikum mit Kindern, wo ich auch noch Capoeira zu meiner Aufgabe machen konnte, war einfach perfekt!

Gleichzeitig stellte ich fest, was es für eine Herausforderung für mich werden würde, alleine ein Jahr im Rahmen einer christlichen Gemeinde nach Brasilien zu gehen, ohne die Sprache fließend zu sprechen und Capoeira - Unterricht (in Brasilien!) zu geben, was ich zuvor kaum gemacht hatte. Trotz meiner vorherigen Reisen in das Land war mir der Süden völlig unbekannt und ich setzte mich mit den Vorurteilen „er wäre viel zu deutsch“ auseinander. Für mich war jedoch klar, dass ich eine solch gut passende und organisierte Chance wohl nicht so leicht woanders finden würde und mir in dieser europäisierten Region der Einstieg in das Land und den Alltag leichter fallen würde (was sich auch bewahrheitete).

Noch vor meiner Anreise stand ich in Kontakt mit Darclê und meiner Gastfamilie, die sich freundlicherweise dazu bereit erklärt hatte, mich für eine Zeit bei sich aufzunehmen. Diese empfingen mich sehr herzlich in Curitiba, meinem neuen Wohnort und ließen mich spüren, dass ich zu Hause war. Für mich persönlich stellte sich die Unterbringung in verschiedenen Familien als eine schöne und angenehme Erfahrung heraus. Besonders am Anfang empfand ich die Anbindung und Unterstützung als sehr hilfreich.

In der Gemeinde „Redentor“ wurde ich als neues Mitglied vorgestellt und aufgenommen. Anfangs war ich noch sehr zurückhaltend, da ich mit der Tradition der dortigen Kirche nicht in dieser Form vertraut war und auch kaum die Inhalte der Predigten verstand. Doch wurden diese Menschen zu einer Art „Familie“ vertrauter Personen, denen man einmal die Woche begegnete, sich austauschte und die sich in schwierigen Situationen um mich kümmerten (so z.B. nach dem Einbruch bei mir). In Dorcas fühlte ich mich seit dem ersten Tag sehr wohl! Die Kinder und alle Mitarbeiter nahmen mich mit offenen Armen auf und führten mich in die Arbeit ein. Mit der Zeit und durch Beobachtung spürte ich eine Entwicklung bei mir im Umgang mit den Kindern und in der Art zu unterrichten. Meine anfängliche Unsicherheit schwand und ich erlernte, eine größere Kindergruppe zu beschäftigen. Ganz besonders inspirierten mich die Gespräche mit Darclê und Ligia (der Psychologin), die mich in meiner Studienentscheidung beeinflussten.

Im Capoeiratraining durfte ich von Zen einen neuen Stil und eine neue Technik der Capoeira kennenlernen. Nebenher schulte ich mich bei einer Angola-Gruppe im Zentrum, was mein Wissen und meine Fähigkeiten in der Capoeira erweiterte.

So bin ich sehr froh, diesen Schritt gewagt und Neues habe auf mich zukommen lassen. Es bleiben viele neue Eindrücke, Erfahrungen, dazugewonnenen Freude und eine neu erlernte Sprache...

Ich habe große Hoffnung, diesen Menschen, die nun zu jenem Abschnitt meines Lebens dazugehören, wieder zu begegnen. Besonders würde ich mich über einen Austausch der Kinder von Dorcas nach Deutschland freuen, da ich weiß, was das für sie bedeuten würde, einmal aus ihrem Leben dort herauszukommen und Wertschätzung zu erfahren.

   Isabell le Blanc

PS: An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Mitwirkenden der Organisation (Hans Jürgen und Darclê) sowie den drei Familien bedanken!


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