Escola Popular

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TAGESLOSUNG

18.12.2017

Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.
Psalm 105,8

Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.
Römer 15,4

SOZIALE NETZWERKE

Internationale Delegation zu Gast bei der Escola

Am 8. Mai 2010 in Weimar-West.

Die internationale Expertengruppe des Ökumenischen Kirchentages besuchte uns, um das Engagement der EKM gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und für neue Gemeindeideen kennenzulernen.
Unsere Präsentation eroberte die Herzen und die Köpfe der Delegation wie im Flug. Wir entwickelten ein Präsentationsprogramm von 2 Stunden. Begonnen haben wir mit einem zünftigen Bratwurstessen, vom Hausmeister aus Weimar West (Hans Busch) hervorragend zubereitet. Es schloss sich ein Überraschungscaipirinha (ohne Alkohol) an, gefolgt von 45 Minuten Showpräsentation, anschließender Vorstellung der Struktur und einem Gespräch in großer Runde. 

+ Presse-Info der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)

Internationale Experten: Kirchen sollen verstärkt gegen Rassismus kämpfen
Besucher aus Uganda bekam Diskriminierung bereits am Flughafen zu spüren

Die deutschen Kirchen müssen sich verstärkt dem Kampf gegen
Menschenfeindlichkeit widmen -- und zwar nicht nur in Form von
Rechtsextremismus sondern auch von alltäglichem Rassismus, insbesondere in
den eigenen Reihen. Zu dieser Einschätzung kamen internationale
Menschenrechts-Experten, die sich bei einer ökumenischen Besuchsreise über
die aktuelle Situation in Deutschland informiert hatten. Solch einen
potenzierten "Blick von außen" hatte es bisher in dieser Form noch nicht
gegeben. Die Experten aus Uganda, Südafrika, Amerika, Großbritannien und
Indien haben ihre Erkenntnisse heute (Freitag, 14. Mai) auf dem Ökumenischen
Kirchentag in München vorgestellt.

Die Reise hatten die Evangelischen Kirchen Mitteldeutschland, Hannover,
Nordelbien und Mecklenburg sowie der Evangelische Entwicklungsdienst und die
Hilfsaktionen Brot für die Welt und MISEREOR gemeinsam organisiert. Die
Experten hatten sich in verschiedenen deutschen Städten über Projekte gegen
Rassismus informiert. In Thüringen wurden die Ergebnisse ausgewertet sowie
in einem Positionspapier zusammengefasst.

"Der Blick von außen war für uns sehr wichtig. Wir haben uns über viele
Aktivitäten in Kirchengemeinden gefreut, andererseits mussten wir
feststellen, dass Rassismus und fremdenfeindliche Vorurteile auch vor
unseren Kirchentüren nicht Halt machen. Die Empfehlungen der Besuchsgruppe
werden wir gründlich prüfen und Wege zur Umsetzung suchen", betont
Christhard Wagner, Bildungsdezernent der evangelischen Kirche in
Mitteldeutschland (EKM).

Die Besucher waren einerseits sehr beeindruckt von den vorgestellten
Projekten. Andererseits stellten sie aber auch viel Handlungsbedarf fest. So
fühlte sich der Besucher aus Uganda bereits bei der Ankunft auf dem
Flughafen selbst diskriminiert: Er war wegen seiner Hautfarbe von der
Bundespolizei festgehalten worden. Besonders wichtig ist den Experten
deshalb der Aufruf an die Kirchen, nicht nur den Rechtsextremismus zu
bekämpfen, sondern ebenso den alltäglichen Rassismus in der Mitte der
Gesellschaft und damit auch in den eignen Reihen. "Wir fordern, dass die
Kirchgemeinden und kirchlichen Strukturen Zeugnis ablegen gegen rassistische
Ideologien und Aktionen", heißt es in dem Positionspapier.

Die Kirchen sollen in der Zivilgesellschaft stärker Stellung beziehen und
sich aktiv am Demokratieaufbau beteiligen. So sollen sie die Menschen
ermutigen, sich an friedlichen Demonstrationen zu eteiligen, und sich
gleichzeitig gegen die Kriminalisierung legitimer Aktion zivilen Ungehorsams
wie Blockaden von Innenstädten aussprechen.

Außerdem sollen die Kirchen ihre Mitglieder durch Workshops, Bibelarbeiten
und andere Aktivitäten dazu befähigen, unbewusste Vorurteile und Stereotypen
im Alltag reflektieren zu können. Christen mit Migrations-Hintergrund sollen
verstärkt in das Gemeindeleben einbezogen werden. Außerdem sollen die
Kirchen Kommissionen oder Sonderbeauftragte zur Stärkung der Arbeit gegen
Rassismus und Diskriminierung einrichten. Weiterhin werden neue Konzepte für
eine Gedenkkultur eingefordert sowie Seminare zu Biografiearbeit und Heilung
der Erinnerungen empfohlen.

+ Bericht der Experten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sechzehn Tage lang waren fünf Expertinnen und Experten aus Uganda,
Südafrika, Indien, Großbritannien und den USA im Rahmen einer
ökumenischen Besuchsreise zum Thema: Rechtsextremismus, Rassismus und
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland unterwegs. Die
Reise fand unter dem Motto: "Am Rand und in der Mitte - Rassismus in
Deutschland" statt. Dabei haben die Expertinnen und Experten in vier
Landeskirchen interessante und mutmachende Projekte besucht. Zahlreiche
Begegnungen mit engagierten Personen waren möglich.

Dabei habe ich selbst als einer der Mitverantwortlichen viel auf dieser
Exposure-Reise gelernt - besonders im neuen Blick auf blinde Flecken in
der eigenen Wahrnehmung und manche unterschiedlichen Einschätzungen aus
anderer Sicht. Die Eindrücke und Erfahrungen der Expertinnen und
Experten haben wir auf dem Ökumenischen Kirchentag in München
vorgestellt; den Bericht mit dem Titel: "Das Ganze verändern - und nicht
nur die Nische" leite ich Ihnen/ Euch heute zu.

In diesem Bericht finden Sie/ findet Ihr eine Reihe von
Herausforderungen und Empfehlungen, die für unsere Weiterarbeit in den
Landeskirchen in Gemeinden, Initiativen, Projekten und Gruppen wichtig
sein werden. Das Engagement gegen Rassismus stellt eine große
Herausforderung für unsere Kirchen da.

Im Namen der gastgebenden Gruppe der Exposure-Reise bitte ich herzlich
darum, den vorliegenden Text in Ihren/ Euren Kirchen und Institutionen
öffentlich zu machen und für die Diskussionen in Synoden,
Kirchenkreistagen und Gremien zu nutzen.

Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christhard Wagner

Mitglieder der gastgebenden Gruppe: J. Koch, OLKR W. Vogelmann,
(Nordelbische Ev.-luth. Kirche), N. Nübel (Regionalzentrum für
demokratische Kultur, Ev.-luth. Landeskirche Mecklenburgs), Klaus J.
Burckhardt, OLKR R. Kiefer (Ev.-luth. Landeskirche Hannovers), OKR Chr.
Wagner (Ev. Kirche in Mitteldeutschland), W. Hahn (Plattfom Dalit
Solidarität in Deutschland, Brot für die Welt), J. Brandstaeter
(Arbeitsfeld Migrationspolitische Grundsatzfragen Zentrum Familie,
Integration, Bildung und Armut Berlin), W. Heinrich (Ev.
Entwicklungsdienst), weitere Unterstützung: MISEREOR