Escola Popular

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TAGESLOSUNG

26.09.2017

Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Nehemia 9,32

Bartimäus schrie:  Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Markus 10,48-49

SOZIALE NETZWERKE

Sommerfest zum 15jährigen Jubiläum der Escola Popular

Am 22. August 2009 im WerkHaus, Neudietendorf.

15 Jahre Escola - Schule für das Leben, setzten bei unserem Sommerfest eigene Akzente.
Als Ehrengast reiste Gildo Valu (Capoeira - Balança) aus Amsterdam an. Mit ihm begannen wir die Entwicklung unserer Arbeit und damit der Capoeira in Thüringen. Mit ihm entwickelten wir auch unser Engagement gegen Rechtsextremismus und für Antigewaltprogramme. So lag der inhaltliche Focus, bei diesem Fest, auf den Anfangsjahren.
Dorothee Land (Landesjugendpfarrerin der EKM) würdigte den Abschied von Hans-Jürgen Neumann aus dem Kinder- und Jugendpfarramt. Sabine Kappelt (Referentin für Spiel- und Theaterpädagogik in der EKM) erinnerte an die ersten großen gemeinsamen Projekte innerhalb der ArteFair in Erfurt. Auch in diesem Jahr wurden ehrenamtlich Mitarbeitende mit dem Segenskreuz ausgezeichnet. Dirk Marschall hielt eine Rede und fand hervorragende Worte für die Besonderheiten unserer Escolagemeinde.
Ein Höhepunkt der offiziellen Feierlichkeit war die musikalische Einlage mit den Berimbaus. Gildo Valu und Hans-Jürgen Neumann begannen ein improvisiertes Spiel, in welches dann ehemalige und heutige Schüler einstiegen. Dabei bekam wohl nicht nur André Güllmer (ein ehemaliger Schüler von Hans-Jürgen Neumann) eine Gänsehaut, als er eine lebendige Erinnerung an seine Wurzeln und eine Impression der heutigen Dimensionen und Möglichkeiten erlebte.
Der fair gehandelte Kaffee und der selbst gebackene Kuchen wurde durch eine besondere Band versüßt. „Chocolate com pimenta" spielte als Geburtstagsgeschenk für die Escola auf.
Am Abend rundete dann das konzertante Highlight den Festtag ab: Emerson Araújo & Band aus Berlin heizten noch einmal richtig ein und sorgten für einen kulturellen Höhepunkt der Arte Popular Brasileira inmitten der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Titelseite Glaube und Heimat, Ausgabe 34 vom 23. August 2009
Titelseite Glaube und Heimat, Ausgabe 34 vom 23. August 2009

Pressespiegel zum 15jährigen Jubiläum

Zeitungsartikel in der EKM-Kirchenzeitung, Pressemitteilung der EKM, Hörfunkbeitrag bei Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen

Die EKM-Kirchenzeitung hat der Escola Popular in der Ausgabe vom 23. August 2009 mit dem Artikel auf der Titelseite ein schönes Geburtstagsgeschenk zum 15jährigen Jubiläum gemacht. Der Artikel umreißt auf gelungene Weise die Geschichte der Escola Popular von 1994 bis 2009 und beschreibt die Entwicklung von einem Projekt zu einem Arbeitsbereich innerhalb der EKM. Dabei legten die mitteldeutschen Kirchenzeitungen eine Aktualität an den Tag, die selbst von der Tagespresse nicht übertroffen werden kann. ;-)

» Zum Artikel

 

Mit einer Pressemitteilung informiert auch die EKM selbst über das Sommerfest und das 15jährige Jubiläum der Escola Popular.

» Zur Pressemitteilung

Radiobeitrag

Ein Evang. Hörfunkbeitrag produziert im Auftrag der EKM, gesendet am 22. August 2009 auf Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen. Autorin: Andrea Terstappen (freie Journalistin), Sprecher: Oliver Weilandt (EKM-Privatfunkbeauftragter).

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+ Begrüßung und Andacht von Hans-Jürgen Neumann

Begrüßung

Danke Rolf und Dirk für die schöne Eröffnung unseres Festes.
Ein herzliches willkommen, an Euch alle, hier im Werkhaus zu unserem Jubiläum.
15 Jahre Capoeira in Thüringen und in den neuen Bundesländern. 15 Jahre
Schule für das Leben.
Ein Ereignis, das außergewöhnlich ist: weil es zum Einen einem neuen kirchlichen Arbeitsansatz gilt, welcher eindrücklich zeigt, dass Kirche eine Förderin und Trägerin von Kultur und Bildung und eben gerade nicht weltfremd ist (wie oft klischeehaft wiedergekäut und interpretiert wird).
Außergewöhnlich ist dieses Jubiläum auch, weil es zeigt, dass unsere Kirche auf einem Weg ist; sich hier selbst verändert hat. Und weil 15 Jahre Escola in Thüringen zeigen, dass diese Kirche uns positiv verändert hat.
Herzlich willkommen also, alle Aktiven, Freunde, Familienangehörige! Herzlich willkommen Dorothee Land, welche als Landesjugendpfarrerin aus Magdeburg zu uns gekommen ist.

Herzlich willkommen Mestre Gildo Valu, mit welchem ich in den ersten Jahren begann, die Capoeira in Thüringen aufzubauen und der aus Amsterdam zu diesem Jubiläum gekommen ist.
Herzlich willkommen Andréa Schieferdecker und Fábio de Castilhos, unsere beiden Praktikanten aus Curitiba, Brasilien.

Andacht

In unserer Kirchenzeitung steht gerade ein netter Spruch:
„Es wäre gut, wenn die Frommen etwas netter wären
und die Netten etwas frommer." Gerhard Hennig

Für beides wollen wir auch heute etwas tun.
Ähnliches versuchte anscheinend auch eine Radiomoderatorin des MDR in den vergangenen Tagen in Gang zu setzen. Sie regte eine Hörerdebatte an, indem sie fragte, ob kleinere Sünden eher nicht so schlimm wären oder ob das moralisch verwerflich sei.
Dann beschreibt sie „kleinere Sünden": dem Autofahrer hinterher meckern, wenn er zu langsam, zu schnell, zu dicht auf- oder überhaupt ganz falsch fährt, oder: jemandem nicht oder nicht ganz die Wahrheit sagen, wenn man z.B. vom Chef gefragt wird, wie es einem geht, (... och ja ganz gut), oder: gierig den Ramschtisch beim Sommerschlussverkauf abräumen und dabei die anderen wegschuppen, oder: wenn man Klatschgeschichten weiter erzählt...hast Du schon gehört... oder: wenn man etwas Schlechtes über andere erzählt... oder: wenn man übertreibt und angibt, bei dem was man angeblich kann...soweit die Radiomoderatorin.
Jeder kennt so etwas denke ich... und beobachtet sicher auch das eine oder andere bei sich selbst. Vielleicht kennt Ihr auch das schlechte Gefühl, wenn man dabei ertappt wird, oder sich selbst ertappt.
Man wertet dann schnell oder wiegelt ab.
Das alles sind ganz alltägliche Verhaltensweisen von Menschen...
Mit Moral oder Frömmigkeit hat das allerdings nichts zu tun.
Der Glaube schaut tiefer als nur auf die Oberfläche. Der Glaube geht von der Wirklichkeit aus. Er weiß, wie es im Alltag bei Menschen zugeht, an welchen Abgründen wir manchmal herumsegeln, und nimmt dies ernst.
Im Psalm 121, 7 lesen wir im heutigen Losungstext:
„Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele."
Ein wunderbarer Zuspruch, wie ich finde.
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Dieser Zuspruch gilt, und ihn kann man sich durchaus direkt sagen lassen. Er steht über unseren Verhaltensweisen und gibt eine Richtung an, in welche es sich lohnt zu denken und zu handeln.
Die fromme Antwort auf die Fragen der Radiomoderatorin, die fromme Haltung, ist also, nach dem Warum und dem Sinn von Verhaltensweisen zu fragen und dann Schaden abzuwenden, den Körper und die Seele zu behüten. Mit plakativen Bewertungen oder Äußerungen kommt man sehr schnell in die Gefahr hochmütig oder eben zum sprichwörtlichen Moralapostel zu werden. Man selbst hat ja eh immer Recht...Aber Hochmut ist nur getarnter Kleinmut und Moralapostel sind keine Apostel.
Und hier legt uns der zweite Text, der Losungen für heute, noch einen Zuspruch, aus dem Brief an die Philipper, ans Herz (Philipper 4,7):
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus."
Damit nun die Frommen etwas netter und die netten etwas frommer werden: lasst uns dies mit einem Gebet von Jörg Zink üben.

„Eines wünschen wir uns: Dass du uns freundlich bist, Gott, und uns segnest. Gott, segne uns, dass auch in unseren Herzen Frucht wächst, Liebe, Glauben und Dankbarkeit. Segne uns, Gott, und wir alle preisen dich." AMEN

+ Rede von Dirk Marschall

Wenn ma so dasitzt und die Erinnerungen vorüberziehen läßt,
wie die Wolken am Himmel, dann wird klar, dass alles was geschieht, einmalig ist, unwiederbringbar.
Was bleibt, sind Bilder, Worte, Klänge, Melodien, Lieder, Gerüche, Gesten ... manchmal auch etwas zum Berühren, zum in die Hände oder Arme nehmen
Ein Ort, an den man zurückkehren und ganz besondere Gefühle und Gedanken spüren kann.
Vielleicht feiern wir Menschen ja deshalb Geburtstage und Jubiläen ...

Bevor die Escola entstand, war ich ein engagierter hauptberuflicher Schülerarbeiter der Evangelischen Kirche in Thüringen. Die wichtigsten Themen damals waren Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Sie brachten viele Jugendliche zusammen mit der Frage:
"Wie können wir die Welt, unsere Welt verändern?"
Nach der Wende vor 20 Jahren wurde es auch für Jugendliche aus Thüringen möglich, in die weite Welt zu reisen und vor Ort zu erleben,
was geschieht.
Eine von den Jugendlichen, Sigrun Pleißner, von allen „Sigi" genannt, flog für 4 Wochen nach Brasilien auf eine Studienreise mit den Franziskanern, die sich auch in Brasilien sehr für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren, ...
Und kam entflammt wieder.
In ihren Erinnerungen brachte sie mit:
den Klang einer besonderen Sprache (bras. Portugiesisch),
neue Lieder, Melodien, Rhythmen, Menschen, Orte, Bewegungen, die Favelas der Ärmsten, Bürgerbewegungen ... und Capoeira, welches alles vereinte.
Wir in Thüringen erlebten zum ersten mal Capoeira zum Landesjugendsonntag 1994
in Eisenach und ihr Feuer entflammte Hans-Jürgen.
Er, damals als Referent der Ev. Schülerinnen und Schülerarbeit in Thüringen tätig, begann eine neue Idee von einer Schule zu entwickeln, die die inhaltlichen, oft verkopften aktuellen Themen, mit allen Sinnen begreifbar und erfahrbar machen sollten.
Körper und Geist gleichermaßen gefördert und gefordert.
Capoeira verband beides und wurde zur Basis dieser neuen Schule,
die dann einige Jahre später „Escola Popular", überstetzt „Volksschule"
oder „Schule von unten" genannt wurde.
Es geht , wie in jeder Schule ums Lernen. Und das soll Spaß machen und ist nicht immer leicht (auch nicht in einer Schule von unten).
Sich auf Augenhöhe begegnen,
in Achtung und Respekt voreinander voneinander und miteinander Lernen,
eine Struktur entwickeln, die tragfähig ist, ...
nach Außen gehen, um in der Öffentlichkeit für ihre Werte einzutreten, ...
sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu engagieren
und gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und rechtes Denken zu protestieren
keine leichten Aufgaben
Und doch eine Entwicklung, die trotz und Dank mancher Leiderfahrungen,
beständig fortdauert.
Capoeira und Samba, die ein paar Jahre später mit Maik Becker in die Escola Einzug hielt, der sich als Zivi bei der Schülerarbeit von den Rhythmen und Klängen der Sambatrommler von Quinta Feira zum Kirchentag 2000 in Erfurt entflammen ließ, sind Formen bzw. Klassen der Escola geworden, in denen viele, zumeißt junge Menschen, sich auch von diesem heiligen Geist entflammen und bewegen lassen. Viele Ehrenamtliche engagieren sich in den Gruppen der EP, die in vielen Regionen unserer EKM und darüber hinaus zu finden sind.
Das unsere Kirche für diese Arbeit eine Stelle zur Verfügung stellt, ist eine Weltpremiere.
Die Escola Popular ist ein Hoffnungszeichen geworden für eine lebendige, bunte, kräftige und engagierte Kirche, die deutlich und laut Bewegung verkörpert und fördert.

 

So bin ich heute dankbar in vielerlei Hinsicht:
Unserem Gefährten und Ermutiger, dem befreienden und bewegenden Gott, der uns immer wieder mit seinem Geist entflammt,
unserer Kirche, die uns aufnimmt und unterstützt,
Hans-Jürgen, der als Leiter unermüdlich und engagiert die vielen kleinen und großen Geschicke der EP bewegt, mit Maik und dem fleißigen Leiterinnen-und Leiterteam,
Dank euch
Und natürlich Dank allen Escoleiros, den Capoeiristas und Sambistas, der Banda, allen Freunden und Freundinnen, Begleitern und Unterstützern der Escolaarbeit.

Ein Lied von den Anfängen hat Sigi damals aus Brasilien mitgebracht.

Lalalawei ...

+ Gedicht von Silke Stoll

Sambafieber

Donnerstags überkommt mich immer wieder
das Sambafieber!

Maik Becker ist schon da,
alle rufen: „Hurra!"

Dieser Mann ist ein Antidepressivum,
seine gute Laune steckt an und geht herum.

Wenn du müde bist, oder schlecht drauf,
dann komm' zu uns und tanke auf.

Du wirst sehen: deine schlechte Laune vergeht im Nu
Und nach der Sambaprobe singst du schubidu.

Jeder und jede ist so akzeptiert wie er/sie ist,
alles andere wäre auch Mist.

Wir stehen für ein gutes Lebensgefühl ohne Drogen ein,
es braucht keine Drogen, um gut drauf zu sein.

Wir spielen Samba, das macht Spaß,
bei Sonne oder Regen, ob trocken oder nass-

wir trommeln im Namen des Herrn
und das tun wir gern.

Unser Erkennungszeichen ist das tanzende Kreuz in Rot.
Wer denkt Jesus ist tot,
der irrt.

Wenn wir auf seinen Spuren wandeln,
kann er auch heute durch uns handeln.

Er kommt uns nahe in Brot und Wein,
und möchte mit seiner Liebe in unserem Leben präsent sein,

damit auch wir Liebe geben,
und finden ein erfülltes Leben.

Die Escola hat Geburtstag heute-
Hier trifft man immer so viele nette Leute!

Für mich ist glasklar:
Die Escola Popular ist ganz Wunderbar!!!

Bildergalerie


Videos

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